Ein schwieriges Problem ist für Patienten die Bewertung des individuellen Nutzens von IGeL-Leistungen. Bei reisemedizinischen Beratungen, sportmedizinischen Untersuchungen oder zum Beispiel dem Entfernen von Tattoos mag dies kein besonderes Problem sein. Hier ist es in der Regel der Patient selbst, der die Leistung von sich aus nachfragt. Er hat bereits entschieden, dass sie ihm nützt.
Anders sieht es aus, wenn eine Leistung von Seiten des Arztes angeboten wird. Hier muss ein Patient als medizinischer Laie letztlich selbst eine Nutzenbewertung für sich vornehmen, ohne das Feld genau zu überblicken. Leider gibt es keine gänzlich neutralen und umfassenden Bewertungen des Nutzens von IGeL-Leistungen für Patienten, die frei von Interessen wären. Folgendes können Sie jedoch tun:
- Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt genau erläutern, wie der Nutzen der angebotenen Methode nach aktuellem Forschungsstand zu bewerten ist. Fragen Sie hier genau nach.
- Sehen Sie sich Internet-Seiten an, die bereits jetzt schon versuchen, für Patienten IGel-Bewertungen auf Basis des aktuellen Forschungsstandes vorzunehmen. Zum Beispiel bieten einige Krankenkassen eine Auswahl von Bewertungen
zu den gängigsten Vorsorge-IGeLn
an, die Sie im Vorfeld einer eigenen Einschätzung mit berücksichtigen
können. So hat zum Beispiel der
AOK-Bundesverband sehr gute Informationen zu rund 40 gängigen IGeLn ins
Netz gestellt und auch beim
Medizinischen
Dienst der Krankenkassen (Scrollen Sie dort bis zum Punkt "Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) - Informationsblätter")
sind detaillierte Informationen zu finden.
- Nutzen Sie darüber hinaus auch andere Informationsquellen. Nehmen Sie das Gehörte und Gelesene für sich in eine persönliche Gesamtschau und entscheiden Sie dann.