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HPV-Impfung

Die Ärztekammer Berlin informiert hier über die wichtigsten Fakten in Zusammenhang mit der HPV-Impfung. Mit anderen Organisationen hat sie im April 2009 zu diesem Thema eine "Berliner Erklärung zur HPV-Impfung" veröffentlicht. Zudem hat sie für betroffene weibliche Jugendliche und ihre Eltern einen Informationsflyer in drei Sprachen herausgegeben.

HPV-Impfung: Zum Hintergrund

Im Jahr 2007 nahm die Ständige Impfkommission eine neue Impfung in ihren Empfehlungskatalog auf: Die Impfung gegen Humane Papilloma-Viren (HPV) bei Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Seither ist eine unüberhörbare und für viele Jugendliche und ihre Eltern Angst machende Medienkampagne angerollt, in deren Folge eine regelrechte Impfwelle zu verzeichnen ist. In Anzeigen und Informationsbroschüren in der Publikumspresse wird suggeriert, die HPV-Impfung schütze zuverlässig vor Gebärmutterhalskrebs. Die bislang in Fachkreisen bekannten Studien lassen jedoch bisher noch keine sicheren Aussagen über die Wirksamkeit der Impfung und über die Dauer des Impfschutzes zu. Zudem können bislang noch keine endgültigen Aussagen über die Nebenwirkungen gemacht werden.

Informationsmaterialien der Kammer

Der Ärztekammer Berlin ist es wichtig, dass sich Ärzte sowie betroffene Jugendliche und ihre Eltern sachlich über den bislang erwiesenen Nutzen der Impfung und deren Grenzen informieren können.

Für interessierte Jugendliche und ihre Eltern

teaser_hpv HPV-Flyer [Deutsch]
HPV-Flyer [Russisch]
HPV-Flyer [Türkisch]

Diese Informations-Flyer in drei Sprachen werden im Laufe der Monate April und Mai 2009 in Berliner Schulen und Beratungsorganisationen verteilt und ausgelegt. Für Nachbestellungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Ärztekammer Berlin, Tel. 030/ 40 80 6 - 1207 oder an S.Moeddel@aekb.de

Für Fachleute und interessierte Laien

...haben wir zudem gemeinsam mit neun anderen Organisationen eine "Berliner Erklärung" zur HPV-Impfung veröffentlicht:

Fakten, die betroffene Jugendliche und ihre Eltern kennen sollten 

Gebärmutterhalskrebs ist eine in Deutschland seltene Erkrankung. Von jeweils 1000 im Jahr 2005 in Deutschland verstorbenen Frauen verstarben 40 an Brustkrebs, 26 an Lungenkrebs und 4 an Gebärmutterhalskrebs. Die Krankheit ist - das weiß man heute - eng mit einer Infektion durch sogenannte Humane Papilloma-Viren assoziiert. Diese Viren sind sexuell übertragbar und in der erwachsenen Bevölkerung sehr verbreitet. Von 1000 Frauen stecken sich 800 im Laufe ihres Lebens mit HPV an. Bei 80 % dieser Frauen (also etwa 640 Frauen) heilt die HPV-Infektion jedoch ohne Schäden wieder aus. Bei den restlichen 20 % (160 Frauen von 1000) hält die Infektion länger an. Weniger als 1 % der Frauen, die mit einem der potenziell krebserregenden HP-Viren infiziert sind, erkrankt im Laufe ihres Lebens an Gebärmutterhalskrebs.

Es gibt mehr als 100 verschiedene Typen des  HP-Virus. 15 davon gelten zur Zeit als potenziell krebserregend. Die derzeit am Markt befindlichen beiden Impfstoffe schützen vor 2 von ihnen: Vor Typus 16 und 18, die aber von großer Bedeutung sind, weil bei 70% der Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs eine Infektion mit HPV 16 und/oder 18 beteiligt ist. Im Umkehrschluss heißt das jedoch auch: Von den Frauen, die überhaupt an einem Gebärmutterhalskrebs erkranken , kann also nur rund 70 % durch die derzeit verfügbare Impfung geholfen werden.

Egal, wie Sie entscheiden - Gehen Sie weiterhin zur Krebsvorsorge!

Anhand der verfügbaren Informationen zu Wirkungen und Nebenwirkungen der Impfung, aber auch angesichts der offenen Fragen gilt es gründlich abzuwägen, bevor eine Entscheidung für oder gegen die HPV-Impfung getroffen wird.

Wichtig ist bei geimpften wie bei ungeimpften Frauen jedoch die Teilnahme an den regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen. Die Abstrichuntersuchung ist nach wie vor eine der wirksamsten Waffen gegen den Gebärmutterhalskrebs, da durch sie Zellveränderungen bereits im Frühstadium erkannt und in den meisten Fällen behandelt werden können.

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