(11.04.2011)
Kammerpräsident Jonitz: Systematischer Austausch unter Kollegen sorgt für eine nachhaltige Qualitätssicherung und eine bessere Patientenversorgung
Die Ärztekammer Berlin hat am 8. und 9 April
2011 in Kooperation mit der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) den
bundesweit ersten Kurs "Ärztliches Peer Review" nach dem neu entwickelten
Curriculum der Bundesärztekammer durchgeführt. Dabei wurden 16 Chefärzte aus
ganz Deutschland zu so genannten IQM-Peers ausgebildet. In der Schulung wurde
insbesondere auf den Ausbau kommunikativer und sozialer Kompetenzen für die
lösungsorientierte Gesprächsführung Wert gelegt. Darüber hinaus lernten die
Chefärzte, ihre Arbeit gegenseitig strukturiert zu bewerten und konstruktive
Vorschläge zur Qualitätsverbesserung zu machen. Die so fortgebildeten Ärzte
werden künftig als Peer-Teams andere Kliniken, die an dem IQM-Verfahren
teilnehmen, aufsuchen und mit den dortigen Chefärzten in den kollegialen Dialog
gehen, um gemeinsam zielgenaue Maßnahmen zur Optimierung der Behandlungsqualität
zu erarbeiten. Peers sind Ärzte, die als
anerkannte Experten ihres jeweiligen Fachgebietes mit den Abläufen in einer
Klinik bestens vertraut sind.
Die Ärztekammer Berlin übernimmt mit dieser ersten Schulung nach dem neu
entwickelten Curriculum "Ärztliches Peer Review" der Bundesärztekammer eine
Vorreiterrolle in Deutschland. "Das Peer Review Verfahren ist eine ureigene und
anerkannte Methode der ärztlichen Qualitätssicherung. Sich gegenseitig im
fachlich-kollegialen Dialog freiwillig unter Kollegen auf gleicher Augenhöhe
auszutauschen, sorgt für eine nachhaltige Qualitätsverbesserung in deutschen
Krankenhäusern", betont Kammerpräsident Dr. med. Günther Jonitz, Vorsitzender
der Qualitätssicherungsgremien der Bundesärztekammer. "Viele Ärztinnen und Ärzte
erleben Maßnahmen der externen Qualitätssicherung insbesondere durch den
bürokratischen Aufwand vor allem als Last, deren konkreter Nutzen für die
Patientenversorgung häufig als fragwürdig empfunden wird", erklärt Jonitz
weiter. "Beim Peer Review-Verfahren aber analysieren Ärzte mit anderen Ärzten
vor Ort systematisch Prozesse und Strukturen auf mögliche Optimierungspotenziale
hin, sodass ein direkter Praxisbezug durch das Verfahren selbst gewährleistet
wird."
Der Vorsitzende des Ausschusses Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement
der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Erich Fellmann, ergänzt: "Alle bisherigen
Erfahrungen zeigen eine hohe Akzeptanz des Verfahrens. Berührungsängste lassen
sich schnell abbauen, wenn der Dialog so abläuft wie vorgesehen: Ohne Kritik und
Anklage, ohne Rechtfertigungsnot, mit Experten weit außerhalb einer möglichen
Konkurrenzsituation im Austausch gegenseitiger Argumente und ohne
Ranking-Ängste."
Die Ärztekammer Berlin engagiert sich seit langem
in der Qualitätssicherung und ist an der
Weiterentwicklung des "Peer Review"-Verfahrens beteiligt. Das Curriculum
ist ein weiterer Baustein in der ärztlichen Qualitätsentwicklung, wozu auch die
Zusatz-Weiterbildung "Ärztliches Qualitätsmanagement", das Curriculum "Ärztliche
Führung" und das Fortbildungskonzept "Patientensicherheit" gehören.
Das Curriculum "Ärztliches Peer Review" können Sie auf der
Website der
Bundesärztekammer einsehen: www.baek.de
ÄRZTEKAMMER BERLIN
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