(15.06.2010)
Präsident Jonitz: Ärztekammern dienen mit ihrer Arbeit dem Allgemeinwohl
Für ihre besonderen Verdienste um die ärztliche Versorgung der Bevölkerung und
die Belange der Ärzteschaft sind Dr. med. Maria Birnbaum und Professor Dr. med.
Dr. h.c. Reinhard Kurth mit der Georg-Klemperer-Medaille der Ärztekammer Berlin
ausgezeichnet worden. Verliehen wird die Ehrung an Ärztinnen und Ärzte, die sich
in herausragendem Maße um die Ärzteschaft und das Gesundheitswesen verdient
gemacht haben. Positive und förderungswürdige ärztliche Eigenschaften wie
Zivilcourage, wissenschaftlicher Weitblick und Aufgeschlossenheit für neue
Ideen, aber auch soziales Engagement sollen damit gewürdigt werden.
Die Medaillen wurden im Rahmen des diesjährigen Kammertages am 12. Juni
verliehen, der unter dem Motto "325 Jahre Medizinaledikt des Großen Kurfürsten -
Ärztekammer im Dienste der Allgemeinheit" stand. Den im 17. Jahrhundert
herrschenden Missständen bei der Patientenversorgung war Kurfürst Friedrich
Wilhelm I. entgegengetreten, indem er den besten Ärzten seiner Zeit im Jahr 1685
in Form eines "Collegium Mediucum" die Aufsicht übertrug. Ein Prinzip, das sich
bis heute bewährt hat: In den Ärztekammern übernehmen Ärztinnen und Ärzte in
Selbstverwaltung für den Staat die Aufsicht über das ärztliche Gesundheitswesen
- mit dem Ziel, für die Bevölkerung eine bestmögliche medizinische Versorgung
sicherzustellen. Die Ärztekammern dienen damit also primär dem Allgemeinwohl.
Der Einladung der Ärztekammer Berlin gefolgt waren haupt- und ehrenamtliche
Mitarbeiter sowie Vertreter der Politik. So sprachen der
FDP-Bundestagsabgeordnete Lars Lindemann (Mitglied des Gesundheitsausschusses)
und der brandenburgische Gesundheitsstaatssekretär Dr. med. Daniel Rühmkorf
(Linke) ein Grußwort. Beide hoben darin die Bedeutung der ärztlichen
Selbstverwaltung und die Notwendigkeit zur Kooperation im Gesundheitswesen
hervor.
Die Preisträger
PD Dr. med. Maria Birnbaum
Dr. med. Maria Birnbaum (73), Internistin mit Schwerpunkt Nephrologie, gehört
zu den Ostberliner Ärztinnen, die sich nach der Wende umfänglich berufspolitisch
engagierten und die Ärztekammer Berlin seitdem maßgeblich prägten. Bis zu ihrer
Pensionierung war Maria Birnbaum Oberärztin an der Charité. Hauptschwerpunkt
ihres Engagements war die ärztliche Weiterbildung. Über 18 Jahre lang war sie
Vorsitzende des Weiterbildungsausschusses I. Zudem war sie
Mitglied des bundesweiten Senats für ärztliche Fortbildung. Mit unermüdlichem
Einsatz engagierte sie sich unter anderem für ein eigenständiges Fach "Innere
Medizin". Über mehrere Legislaturperioden war sie Mitglied der
Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin. Maria Birnbaum verabschiedete
sich im Sommer 2008 aus diesen Bereichen der aktiven Berufspolitik und legte
einen Teil ihrer Ämter nieder. So ist sie auch weiterhin als Prüferin für die
Ärztliche Weiterbildung tätig und führt seit 2009 den Vorsitz der
Lebensspendekommission. Laudatorin Professor Dr. med. Vittoria Braun, ÄKB-Vorstandsmitglied,
würdigte ein "übervolles Ärztinnenleben", dass die Internistin mit "Inbrunst,
Disziplin und Begeisterung, unermüdlich und mit andauerndem Selbstverständnis"
erfüllt habe.
Professor Dr. med. Dr. h.c. Reinhard Kurth
Professor Reinhard Kurth (67) leitete von von 1996 bis 2008 das Robert
Koch-Institut in Berlin. In seiner Funktion als RKI-Präsident verstand es der
Virologe auch immer als seine Aufgabe, die breite Öffentlichkeit über
Gesundheitsrisiken zu informieren, auch wenn des RKI aufgrund der gesetzlichen
Vorgaben primär Fachöffentlichkeit und Politik berät. Kammerpräsident Dr. med.
Günther Jonitz würdigte Kurth als dessen Laudator für seine Arbeit, die weit
über die einer Bundesunterbehörde hinausging. Kurth habe "nicht qua Amt, sondern
durch eine lebenslange Leistung bewiesen, dass er in wissenschaftlicher
Genauigkeit, Ausdauer und Wertschätzung im Umgang nicht nur die Inhalte des
Fachs der Virologie voranzubringen in der Lage war. Er hat frühzeitig
Verantwortung in Einrichtungen des Bundes übernommen und wesentlich zu deren
soliden und hochwertigen Arbeit beigetragen".
Der Namensgeber
Die Georg-Klemperer-Medaille wurde von der Ärztekammer Berlin in diesem Jahr zum
vierten Mal vergeben. Namensgeber der Auszeichnung ist der Berliner Internist
Professor Georg Klemperer (1965 - 1946). Der Sohn eines Rabbiners etablierte im
Krankenhaus Moabit eine ebenso menschliche wie wissenschaftlich fundierte
Medizin. 1935 musste Klemperer vor den Nazis in die USA fliehen. Ziel des
Kammertages ist es, haupt- und ehrenamtlich tätige Mitarbeiter der Ärztekammer
Berlin in einem anregenden und entspannten Umfeld zusammenzubringen.
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ÄRZTEKAMMER BERLIN
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Sascha Rudat
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