(05.03.2009)
Statistik der Ärztekammer Berlin zeigt große Unterschiede zwischen den Fächern
Die Frauen ziehen im Arztberuf mit den Männern gleich. So liegt der Frauenanteil
bei Berlins Ärztinnen und Ärzten derzeit bei 50 %, Tendenz steigend. Das zeigt
die Mitgliederstatistik der Ärztekammer Berlin, die aus Anlass des
Internationalen Frauentages am 8. März 2009 in Bezug auf diesen Punkt genauer
analysiert wurde.
Spitzenreiter und Schlusslichter bei den Fachgebieten
Ein Blick auf eine Auswahl von Fachgebieten (s. Tabelle ) zeigt jedoch, dass
das Gleichziehen der Frauen beileibe noch nicht in allen Fächern erreicht ist.
Schlusslicht bei diesem Thema ist die Chirurgie mit einem Frauenanteil von
gerade einmal 21 %. Auf der anderen Seite der Skala liegen die
Kinder- und Jugendmedizin mit einem Frauenanteil von 63 %, die
Allgemeinmedizin und die Augenheilkunde mit jeweils 61 % sowie die Gynäkologie
mit 56 % ( unter den Berufstätigen sind es hier sogar 64 %).
Frauenanteil in Führungspositionen der Kliniken und unter den
Niedergelassenen
So gut die Frauen im Arztberuf bereits vertreten sind, ist ihr Anteil in den
höheren Hierarchieebenen der Kliniken nach wie vor vergleichsweise niedrig. Von
den in der Statistik der Kammer registrierten 454 Chefärzten Berlins sind gerade
einmal 57 weiblich (12,5 %). Bei den 1.217 Oberärzten der Stadt liegt der
Frauenanteil mit 314 immerhin bei 25 %. Anders sieht die Sache bei
Freiberuflichkeit aus. Von den 6.079 in eigener Praxis niedergelassenen Ärzten
Berlins sind 2.980 und damit 49 % weiblich.
Frauenanteil in den Gremien der Ärztekammer Berlin
Angesichts solcher Zahlen nimmt sich der Frauenanteil in den ehrenamtlich
arbeitenden Gremien der Ärztekammer Berlin sehr niedrig aus; er liegt zwischen
21 und 27 %. Von den insgesamt 374 in den verschiedenen Gremien der Kammer zu
vergebenden ehrenamtlichen Positionen sind insgesamt 83 (22 %) mit Frauen
besetzt. In den beiden Spitzengremien "Vorstand" und "Delegiertenversammlung"
sieht der Frauenanteil ähnlich aus. Von 11 Vorstandsmitgliedern sind 3 weiblich
(27 %). Und in der 46-köpfigen Delegiertenversammlung, dem Parlament der
Ärztekammer Berlin, sitzen 11 Frauen (23 %).
"Die geringe Beteiligung von Frauen in den Gremien der beruflichen
Selbstverwaltung bedauern wir seit langem", so Dr. med. Elmar Wille,
Vizepräsident der Ärztekammer Berlin und Angehöriger des Fachgebiets der
Augenheilkunde, einer Disziplin mit überdurchschnittlich hohem Frauenanteil.
"Wir können nur hoffen, dass Frauen den Reiz und die Bedeutung berufspolitischer
Gestaltungsmöglichkeiten in Zukunft besser wahrnehmen. Sicherlich ist aber die
zusätzlich zu Beruf und Familie bestehende Zeitbelastung in den Abendstunden für
viele Frauen im mittleren Lebensalter ein Hindernis, sich in unseren Gremien zu
engagieren", so Willes Analyse.
Frauenanteil an Berlins Ärzten
gesamt und in 15 ausgewählten Fächern
|
Fachgebiete |
Gesamt |
Frauen |
in % |
Berufstätig |
Frauen |
in % |
|
Alle |
26.663 |
13.373 |
50 % |
17.393 |
8.354 |
48 % |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Allgemeinmedizin |
2.412 |
1.469 |
61 % |
1.592 |
941 |
59 % |
|
Anästhesiologie |
1246 |
646 |
51 % |
916 |
443 |
48 % |
|
Augenheilkunde |
550 |
337 |
61 % |
360 |
215 |
59 % |
|
Chirurgie |
2.029 |
420 |
21 % |
1.472 |
291 |
20 % |
|
Gynäkologie |
1.215 |
687 |
56 % |
830 |
538 |
64 % |
|
HNO |
517 |
225 |
43 % |
332 |
154 |
46 % |
|
Dermatologie |
456 |
261 |
57 % |
300 |
162 |
54 % |
|
Innere Medizin |
2.838 |
1.287 |
45 % |
1.810 |
775 |
43 % |
|
Kinder- u. Jugendm. |
1.134 |
724 |
63 % |
696 |
419 |
60 % |
|
Nervenheilkunde |
651 |
310 |
47 % |
341 |
161 |
47 % |
|
Neurologie |
237 |
97 |
40 % |
210 |
81 |
38 % |
|
Pathologie |
193 |
70 |
36 % |
114 |
45 |
39 % |
|
Pharmakologie |
95 |
23 |
24 % |
55 |
19 |
34 % |
|
Psychiatrie u. Psychotherapie |
536 |
274 |
51% |
451 |
228 |
51 % |
|
Radiologie |
671 |
265 |
39 % |
425 |
168 |
39 % |
Quelle: Ärztekammer Berlin,
Stichtag 31.12.2008
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