Foto: Dr. Jonitz im Gespräch mit A. Mißlbeck,
Journ.
Ich habe mich immer dafür stark
gemacht, dass die Ärzteschaft weder durch ökonomische noch durch politische
Zwänge fremdgesteuert
wird. Der Patient hat Anspruch auf einen unabhängigen Arzt. Deshalb muss der
Arztberuf ein selbstbestimmter, freier Beruf bleiben. Ich bin der festen
Überzeugung, dass nur durch das Zusammenwirken und die gemeinsame Verantwortung
aller Beteiligten im Gesundheitssystem ein Wandel herbeigeführt werden kann. Ein
Wandel zu Werteorientierung und Glaubwürdigkeit. Das heißt auch, dass sich die Kosten
im Gesundheitssystem von Qualität und Sicherheit ableiten und eine bezahlbare
Patientenversorgung jedem zuteil kommt. Erst dadurch können wir ein in
jeder Beziehung sicheres, humanes Gesundheitswesen vertreten und der Arzt sich wieder
auf seine ureigensten Tugenden besinnen. Die Ärzteschaft muss diesen Wandel
anführen, vom "Opfer politischer Prozesse" zum Gestalter. Dann können wir
eines Tages in der Medizin vielleicht auch eine Erfolgsbilanz vorlegen und nicht immer nur von Defiziten reden.