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5. Fortbildungskongress der Ärztekammer Berlin: Arzt und Patient im digitalen Zeitalter - ein App-grade

Die Ärztekammer Berlin hat zum fünften Mal in Folge und in Kooperation mit der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft am 26. November 2016 den Fortbildungskongress veranstaltet. Wie in den vorangegangenen Jahren wird ein aktuelles Thema der Patientenversorgung aufgegriffen und für Interessierte in ansprechender Weise und gleichzeitig auf höchstem Niveau umfassend und praxisbezogen dargestellt.

Das Leitthema des 1. Fortbildungskongresses in 2012, "Sauberes Wissen in der Medizin", ist programmatisch für die Kongressreihe und als Motivation seiner Organisatoren zu verstehen. Der "unabhängige ärztliche Sachverstand" und der Austausch über aktuelles, gesichertes medizinisches und ärztliches Wissen frei von wirtschaftlichen Interessen Dritter steht im Mittelpunkt.

Kongressprogramm 2016

Für den 5. Fortbildungskongress wurde wieder ein Programm entwickelt, das sich alltäglichen Herausforderungen im ärztlichen Berufsalltag widmete. In diesem Jahr wurde die Digitalisierung im Gesundheitswesen aufgegriffen: „Arzt und Patient im digitalen Zeitalter – ein App-grade“.

Der Trend der Digitalisierung in nahezu allen Lebensbereichen des Menschen ist weder aufzuhalten noch kann er ignoriert werden. Der Bereich Gesundheit – eHealth / mHealth – erlebt dabei eine fulminante Entwicklung, die uns zeitweise zu überholen scheint. Impulsgeber sind bemerkenswerterweise die Bürger selbst und weniger die Akteure des Gesundheitswesens. Sie stehen technologischen Innovationen offener und unbefangener gegenüber und zeigen aktuell einen kulturellen Wandel hin zu einem souveräneren und aktiveren Gestalten des eigenen Handelns zum Erhalt, der Förderung oder Verbesserung der eigenen Gesundheit. Digitale Gesundheitsangebote werden auf kundenindividuelle Bedürfnisse zugeschnitten und sind als Dienstleistung auf nahezu jedem mobilen Endgerät nutzbar. 63% der Bundesbürger nutzen ein Smartphone, die Zahl möglicher Nutzer digitaler Gesundheitsangebote ist daher groß und dem Trend folgend weiter zunehmend. Im Anwenderspektrum finden sich alle Altersgruppen. Es reicht von Personen mit professionellen Ansprüchen über Gesundheitsinteressierte bis hin zu akut oder chronisch Kranken.

Mehr als 100.000 Gesundheits-Apps stehen momentan zur Verfügung, unzählige Gesundheits-Webseiten und Portale existieren. Das E-Health Gesetz schafft seit Beginn des Jahres die Rahmenbedingungen für die digitale Gesundheitsversorgung. Aber was genau steckt genau hinter all diesen Angeboten und Regelungen? Können digitale Angebote die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung wirklich verbessern – Wo sind Chancen, wo sind Grenzen? Und, was bedeutet diese anhaltende Dynamik für mich als Arzt und im Kontakt mit meinen Patienten?

Der Markt für Digital Health jedoch ist für alle – Bürger und Ärzte gleichermaßen unüberschaubar und zuweilen intransparent. Wie schaffen wir es als Ärzte Schritt zu halten? … den Anschluss nicht zu verlieren? … auf den aktuellen Stand zu kommen und zu bleiben?

Die Organisatoren des 5. Fortbildungskongresses hatten sich zum Ziel gesetzt,

  • „sauberes Wissen“ zu Digital Health zu vermitteln und einen Einstieg in das komplexe Thema anzubieten,

  • die aktuelle Entwicklung zu reflektieren und Bezug zur stattfindende Umwälzung / Neuordnung der Arzt-Patienten-Beziehung herzustellen,

  • Ärzte dabei zu unterstützen, Digital Health-Dienstleistungsangebote ( u.a. Apps, Wearables) objektiv einschätzen zu können, auf Fragen von Patienten zu Messergebnissen, App-Informationen adäquat reagieren zu können,

  • mit konkreten (Anwendungs-) Beispielen praxisrelevante und realitätsbezogen Informationen zu vermitteln, evtl. bestehende Berührungsängste / Miss-/ Unverständnis abbauen zu helfen und

  • Anregungen zu geben, wo das digitalen Zeitalter Chancen bietet, die Arzt-Patienten-Beziehung zu stärken. 

Interessierte Ärzte waren eingeladen, sich einen Tag lang im engen Kontakt mit den Referenten zu konkreten Fragen und Aufgabenstellungen aus der ärztlichen Praxis auszutauschen und praxisorientierte Lösungen zu erarbeiten. Neben einleitenden Fachvorträgen hatten sie die Gelegenheit, aus verschiedenen Seminaren für sie interessante Themen auszuwählen und zu vertiefen.

Kongressbroschüre

Präsentationen:

Keynote Lecture 1 – Prof. Dr. Andréa Belliger

Überblick über die Verortung der digitalen Transformation im Gesundheitswesen / Ärztinnen und Ärzte in der digitalen Gesundheitsversorgung – Welche Chancen bieten sich? Wo liegen die Chancen, der Nutzen für eine effektivere, patientenorientiertere Gesundheitsversorgung? Wie können Ärztinnen / Ärzte und Patientinnen / Patienten gleichermaßen profitieren – eine partizipative Gesundheitsversorgung gestalten?
Die Präsentation finden Sie hier.

Keynote Lecture 3 - Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig

Der elektronische Medikationsplan – Mehr Sicherheit in der Arzneimitteltherapie? Ab Oktober 2016 haben Patienten, die gleichzeitig mindestens drei Medikamente anwenden, einen gesetzlichen Anspruch auf einen Medikationsplan. Welche Vorteile bietet der elektronische Medikationsplan? Wie können im Medikationsprozess Fehler vermieden und die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöht werden? Die Beantwortung dieser Fragen und Aspekte zur Polypharmazie stehen im Mittelpunkt des Vortrags, den Sie hier finden.

Seminare:

Seminar 2 - Die Zukunft der Medizin besteht aus lernenden Gesundheitssystemen
Dr. med. Sven Jungmann

Die Komplexität mancher Erkrankungen und die Heterogenität unserer Patienten bedeuten, dass randomisiert kontrollierte Studien (mit ihren strikten Exklusionskriterien) selten auf die Patienten des klinischen Alltags passen. Gleichzeitig gibt es eine Proliferation von Therapieoptionen und klinischer Forschung, die es dem Arzt unmöglich machen, sein Wissen auf dem aktuellsten Stand zu halten. Hinzu kommen weitere Herausforderungen an unser Gesundheitssystem wie Gesellschaftsalterung, zunehmende chronische Erkrankungen, beschränkte Budgets und Versorgungsungerechtigkeiten. Unterdessen haben das Internet und BigDataWissenschaften begonnen, andere Industrien zu transformieren. In diesem Workshop wurde erforscht, wie diese neuen Technologien zusammen mit verbesserten Outcome-Messmethoden und systematischen Verhaltensänderungstechniken zu der Schaffung so genannter Lernender Gesundheitssysteme genutzt werden kann und was das für unsere tägliche Praxis sowie unsere ärztliche Profession bedeutet.
Die Präsentation finden Sie hier.

Seminar 3 - Das E-Health-Gesetz
Catrin Schaefer und Norbert Butz 

Mit dem E-Health-Gesetz lässt der Gesetzgeber keinen Zweifel, dass er das Gesundheitswesen digitalisieren will. Feste Einführungstermine für Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte, Sanktionen für Körperschaften der gemeinsamen Selbstverwaltung und für Vertragsärzte – die Wahl der Mittel unterstreicht die Entschiedenheit des Gesetzgebers. Durch die im Gesetz geregelte Erstellung eines Interoperabilitätsverzeichnisses soll sichergestellt werden, dass die verschiedenen IT-Systeme in den Arztpraxen miteinander kommunizieren können.
Die Präsentationen finden Sie hier und hier.

Seminar 4 – Fette Daten sind gesund!
Prof. Dr. Andréa Belliger

„Fette Daten sind gesund! Von Selbstvermessern, der Forderung nach Transparenz und einem neuen Umgang mit Gesundheitsdaten“ Datenschutz und Privatsphäre. Wer greift auf all die erhobenen, aufgezeichneten, gespeicherten Datenschätze zu – wer macht wann, was mit welchen Gesundheitsdaten und wer darf es überhaupt?
Die Präsentation finden Sie hier.

Seminar 5 Informationen zu Nebenwirkungen und Interaktionen von Arzneimitteln im Internet: Übersicht und Recherchen anhand von Fallbeispielen
Dr. med Ursula Köberle und Dr. med. Thomas Stammschulte

Im Internet gibt es eine Vielzahl von Informationen zu Arzneimitteln, die hinsichtlich ihrer Qualität unterschiedlich zu bewerten sind. Im Workshop sollen konkrete Fragen, die sich aus gemeldeten Fallberichten zu Nebenwirkungen und Medikationsfehlern ergeben, mit Hilfe von online verfügbaren Informationsquellen zu Arzneimitteln bearbeitet werden.
Die Präsentation finden Sie hier.

Seminar 7 – Digitales Zeitalter - Gesundheitsversorgung und ethische Fragestellungen
Prof. Dr. Dr. h.c. Heiner Fangerau

Telemedizinische Anwendungen, Instrumente zur Selbstvermessung und Gesundheits-Apps bringen eine Reihe medizinethischer Herausforderungen mit sich. Bestehende medizinethischen Werte und Normen können gelegentlich in Konflikt mit den Möglichkeiten einer „digitalen Medizin“ geraten. Neben Fragen zum Beispiel nach dem Schutz sensibler Daten oder nach einer sich verändernden Arzt-Patienten-Beziehung stellen sich auch professionsethische Fragen, zum Beispiel nach der Möglichkeit von Fernbehandlungen oder nach dem Umgang mit Zweit- und Drittmeinungen aus einer virtuellen Umgebung.
Hintergrundmaterial finden Sie hier.

Seminar 8 – Digitale Anwendungen im Praxisalltag
Dr. jur. Oliver Pramann

Ärztlicher Alltag im Spagat zwischen gesetzlichen Zwängen, Patientenwünschen und eigenen Ansprüchen oder: Was lehren uns die Erfahrungen aus Theorie und Praxis?! Welche Bedeutung hat zum Beispiel die Weiterleitung generierter Daten aus Wearables oder Apps durch den Patienten an den Arzt und entsprechend die Nutzung solcher Daten durch den Arzt? Wearables oder Apps: Woran erkennt man, ob es sich um ein Medizinprodukt handelt und welche Konsequenzen ergeben sich für den Arzt bei der direkten oder indirekten Nutzung? Können / dürfen Ärzte ihren Patienten bestimmte „Gesundheits-Apps“ empfehlen?
Die Präsentation finden Sie hier.

Seminar 9 – Was macht eine "gute" Gesundheits-App aus? - Kriterien für Qualität und Validität
Dr. med. Sven Jungmann und Dr. med. Urs-Vito Albrecht

Obwohl mobile Gesundheitstechnologien noch neu sind, gibt es derzeit bereits rund 100.000 Gesundheits-Apps weltweit. Die Komplexität und Vertrauenswürdigkeit dieser Apps ist für einen Laien schwer zu durchschauen. Damit wächst zunehmend eine gesellschaftliche Erwartung an die Ärzteschaft, dass sie genauso über digitale Interventionen zuverlässige Auskünfte geben könne, wie bisher über konventionelle diagnostische und therapeutische Maßnahmen. In diesem Workshop wird eine Checkliste vorgestellt und an praktischen Beispielen ausprobiert, um den Teilnehmern Kompetenzen zu vermitteln, die Grundlagen der Good Clinical Practice auch auf mobile Gesundheitstechnologien anzuwenden.
Die Präsentation finden Sie hier.

Seminar 10 – Patient und App - ein starkes Team
Pramono Supantia

Wie kann Mobil Health den Patienten in seinem Gesundheitsmanagement unterstützen und in seiner Autonomie stärken? Welche Chancen bieten sich daraus auch für die ärztliche Behandlung? Es werden Erfahrungen zu laufenden Projekten / Erprobungsverfahren von Apps und zu bereits praktizierten Anwendungen im GKV Bereich berichtet und diskutiert.
Die Präsentation finden Sie hier.

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