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Die neue Röntgenverordnung - das Wichtigste in Kürze

Sechs Jahre hatte es gedauert, bis in der Bundesrepublik die Richtlinie 96/29 des Rates der Europäischen Gemeinschaft in der Röntgenverordnung umgesetzt wurde. Seit dem 18. Juni 2002 werden durch die novellierte Röntgenverordnung (RöV) neue Anforderungen an Strahlen anwendende Ärzte gestellt von denen wir Ihnen hier einige ausgewählte Änderungen vorstellen möchten.

Die Fachkunde im Strahlenschutz kann erlöschen

..., wenn nicht im Abstand von längstens fünf Jahren ein von der Behörde anerkannter Kurs nachgewiesen werden kann. Für die Ärzte, die ihre Fachkunde vor 1973 erworben haben, muss bereits bis zum 30.6.2004 dieser Nachweis erbracht werden. Für Ärzte, die die Fachkunde von 1973 bis 1987 erworben haben, gilt die Frist 30.6.2005 und für alle anderen der 30.6.2007 (siehe auch hier).
Hinweis: Auch Arzthelferinnen, MTRA's und Medizinisches Assistenzpersonal müssen die Fachkunde auffrischen (siehe hier).

Die Grenzwerte der Personendosis wurden reduziert

Für beruflich strahlenexponierte Personen wurden, wie bereits im Anwendungsbereich der Strahlenschutzverordnung, die Grenzwerte der effektiven Dosis von 50mSv/Jahr auf 20mSv/Jahr (Kategorie A) bzw. von 15mSv/Jahr auf 6mSv/Jahr (Kategorie B) gesenkt. Auch wurden die Grenzwerte der Teilkörperdosen angepasst.

Beschäftigung von Schwangeren im Kontrollbereich

Neu ist, dass Schwangere in Kontrollbereichen beschäftigt werden dürfen, wenn sichergestellt ist, dass während der Schwangerschaft ein Grenzwert von 1 mSv nicht überschritten wird. Die Dosis ist wöchentlich zu ermitteln und der Schwangeren mitzuteilen.

Untersuchungen müssen indiziert und gerechtfertigt sein

Bei der Prüfung der rechtfertigenden Indikation sind neben den bisher schon erforderlichen Abwägungen zwischen Risiko und Nutzen jetzt zusätzlich die Möglichkeiten zu prüfen, das Untersuchungsziel auch mit einer geringeren oder ohne Strahlenexposition zu erreichen. Auf den radiologisch tätigen Arzt kommt hierbei eine besondere Verantwortung zu, indem er bei jeder Überweisung die Indikation kritisch prüfen muss.

Einführung von einheitlichen Maßstäben

Entgegen der bisherigen Praxis, in der die Strahlenexposition bei Untersuchungen erheblich von der Art der Röntgeneinrichtung und dem Untersucher abhing, wird jetzt durch Einführung von bundeseinheitlichen Referenzwerten ein Kriterium geschaffen, mit dem vergleichbare Dosiswerte erreicht werden sollen. Veröffentlicht werden diese Referenzwerte vom Bundesamt für Strahlenschutz. Bei Neuanlagen wird durch die Forderung nach einer Dosisanzeige dem Arzt der Vergleich mit den Referenzwerten erleichtert.

Qualitätssicherung auch an Röntgentherapiegeräten

In regelmäßigen Zeitabständen, mindestens jedoch halbjährlich, ist auch an Röntgentherapiegeräten eine Konstanzprüfung durchzuführen. Diese Röntgeneinrichtungen unterliegen jetzt ebenfalls der Kontrolle durch die ÄSQSB, die neben der Überprüfung der Aufzeichnung der Konstanzprüfung auch einen Vergleich der verwendeten Dosen mit dem vom BfS veröffentlichten Referenzwert zur Aufgabe hat.

Anmeldung bei der Ärztlichen Stelle Röntgen ist jetzt Pflicht des Betreibers

Die bisherige Interpretation der RöV ließ die Annahme zu, der Betreiber hätte lediglich die Pflicht, der Ärztlichen Stelle Prüfunterlagen zur Verfügung zu stellen, wenn diese angefordert werden. Die Novelle stellt klar, dass der Strahlenschutzverantwortliche in der Verpflichtung ist, der Ärztlichen Stelle den Betrieb der Röntgeneinrichtung anzuzeigen. Sollten noch Röntgenanlagen betrieben werden, die bei der ÄSQSB noch nicht gemeldet sind, so gilt diese Pflicht unmittelbar.

Die Archivierung kann jetzt auch elektronisch erfolgen

Röntgenbilder sowie untersuchungs- und personenbezogene Daten dürfen jetzt auch elektronisch archiviert werden, wenn die Archivierung festgelegten Kriterien entspricht. Auch die Weitergabe an den behandelnden Arzt ist grundsätzlich in elektronischer Form möglich, wenn insbesondere deren verlustfreie Wiedergabe und der Datenschutz sichergestellt ist.

Zur Anwendung von Röntgenstrahlen wurde die Aufzeichnungspflicht erweitert

Neben den bisher schon erforderlichen Aufzeichnungen besteht nunmehr auch die Verpflichtung, Angaben zur rechtfertigenden Indikation sowie Angaben zur Strahlenexposition zu machen. Vom Arzt müssen jetzt Röntgenpässe bereitgehalten und der untersuchten oder der behandelten Person angeboten werden. Bezugsquellen können Sie bei der Ärztlichen Stelle Röntgen erfragen.

Teleradiologie ist mit erheblichen Auflagen verbunden

Die Durchführung von Röntgenuntersuchungen ist jetzt auch in Einrichtungen möglich, wenn sich dort keine Person mit der erforderlichen Fachkunde für die Durchführung röntgendiagnostischer Untersuchungen befindet. Möglich ist dies, wenn eine fachkundige MTRA und ein Arzt mit den Kenntnissen im Strahlenschutz anwesend sind und mittels Telekommunikation mit einem fachkundigen Arzt in Verbindung stehen. In Notfällen muss sich der fachkundige Arzt in einem angemessenen Zeitraum am Untersuchungsort einfinden können. Teleradiologische Röntgeneinrichtungen müssen bestimmten technischen Anforderungen genügen und sind immer genehmigungsbedürftig.

Wann benötigt man einen Medizinphysik-Experten?

Vorgesehen sind Medizinphysik-Experten für die Mitwirkung bei der Bestrahlungsplanung an Röntgentherapieeinrichtungen soweit es sich nicht um Standardanwendungen handelt. Auch in der Röntgendiagnostik sollte zur Beratung in Fragen der Optimierung, Patientendosimetrie und Qualitätssicherung ein Medizinphysik-Experte zur Verfügung stehen.

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