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Patientensicherheit und Risikomanagement

Untersuchungs- und Behandlungsabläufe werden im Gesundheitswesen immer komplexer. Um die Patientensicherheit zu gewährleisten, werden hohe Anforderungen an die Mitarbeiter in der Gesundheitsversorgung gestellt. So belegen Studien, dass bei 5-10 % der Krankenhausbehandlungen unerwünschte Ereignisse vorkommen. Hiervon sind etwa 30-50 % vermeidbar. Oft sind solche Pannen auf Organisations- und Kommunikationsdefizite zurückzuführen. Um sie künftig zu vermeiden, bedarf es eines Kulturwandels im Umgang mit medizinischen Fehlern. Nicht mehr "wer" ist schuld, sondern "was" ist schuld, sollte uns interessieren.

Aus diesem Grunde ist es notwendig, zum einen die Organisationsstrukturen unter einer kritischen Lupe zu betrachten, zum anderen unerwünschte Ereignisse und Beinahe-Schäden in der Gesundheitsversorgung systematisch zu erfassen und auszuwerten. Auf Basis der Ergebnisse müssen dann Veränderung der Organisations- und Behandlungsabläufe in die Wege geleitet werden.

Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit und zur Vermeidung von Fehlern in der Medizin haben in vielen Ländern eine lange Tradition. So wurde z.B. unter der Leitung von Prof. Daniel Scheidegger im Universitätsspital Basel in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen CIRSmedical Schweiz entwickelt, ein computergestütztes anonymes Fehlerberichts- und Lernsystem (auch Critical Incident Reporting System). Es wird als CIRSmedical Deutschland vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) zur Verfügung gestellt. Speziell für den hausärztlichen Bereich wurde vom Institut für Allgemeinmedizin der Universität Frankfurt das Hausärztliche Fehlerberichts- und Lernsystem "jeder-Fehler-zählt" entwickelt.

Daneben widmen sich in Deutschland zahlreiche Arbeitsgruppen und Projekte in vielen Einrichtungen und Institutionen des Gesundheitswesens der Stärkung der Patientensicherheit und der Vermeidung von Fehlern in der Medizin. So konstituierte sich 2005 das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS), zu dessen Gründungsmitgliedern der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Günther Jonitz, gehört. Das Ziel des Bündnisses ist es, die Gesundheitsversorgung in Deutschland noch sicherer zu machen. Dazu wurden Initiativen entwickelt, um das Engagement vieler aus verschiedenen Gesundheitsberufen, Fachdisziplinen und Sektoren der Versorgung zu bündeln und bundesweit Sicherheitskultur und Fehlerprävention voranzubringen.

In Arbeitsgruppen des APS werden wichtige Themen (z. B. zu Eingriffsverwechselung und Patientenidentifikation, CIRS im Krankenhaus, Medikationsfehler) bearbeitet und Empfehlungen für das deutsche Gesundheitswesen entwickelt. Seit 2010 gibt es auch ein bundesweites Fehlerberichts- und Lernsystem für Krankenhäuser, das Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland (http://www.kh-cirs.de/).

Bereits seit 2008 bietet die Ärztekammer Berlin zusammen mit dem ÄZQ Berliner Gesundheitseinrichtungen die Möglichkeit, einrichtungsübergreifend ein gemeinsames Fehlerberichts- und Lernsystem zu nutzen, das Netzwerk CIRS-Berlin (www.cirs-berlin.de).

Von der Bundesärztekammer, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem ÄZQ wurde das Forum Patientensicherheit eingerichtet. Hier finden Sie Informationen über Fehlerursachen, Fehlerhäufigkeit, Fehlerprävention sowie über nationale und internationale Initiativen und Projekte. Im Aktionsplan der Ärzteschaft zum Thema "Patientensicherheit und Fehlervermeidung" hat das Forum 2002 die Ziele seiner Arbeit festgelegt (u. a. Sensibilisierung der Fachöffentlichkeit für das Thema "Fehlermanagement", Entwicklung eines Curriculums "Fehlermanagement in der Medizin?)

Lesen Sie zum Thema Patientensicherheit auch den Artikel "Aus Fehlern lernen - Schwachstellen im System rechtzeitig erkennen" aus BERLINER ÄRZTE, Ausgabe 1/2009 und den Übersichtsartikel des Deutschen Ärzteblattes 2010 "Patientensicherheit und Fehlermanagement".

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