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Arzt SUCHT Hilfe

Suchtproblematik bei Ärzten - professionelle Hilfe und kollegialer Rat

Über Suchterkrankungen im Allgemeinen und besonders bei Ärztinnen und Ärzten redet man nicht gern. Das Interventionsprogramm der Ärztekammer Berlin bricht dieses Tabu und begleitet Ärztinnen und Ärzte in Therapie, Praxisorganisation und Nachsorge.

Ziel ist es, bei riskanten Entwicklungen frühzeitig professionelle Hilfe und kollegialen Rat anzubieten. Individuelle Lösungen sollen dem Kammermitglied dabei helfen, seine Gesundheit und Berufsfähigkeit zu erhalten oder wieder herzustellen. Gleichzeitig ist es Ziel die Patientensicherheit zu gewährleisten und mögliche einschneidende berufsrechtliche Konsequenzen zu vermeiden.


Foto: Kathleen Friedrich

"Ausgangspunkt für das Interventionsprogramm war, dass unter den Mitgliedern des AK Drogen und Sucht aus Ihrer beruflichen Erfahrung zum einen klar war, dass ein wirklich gutes Suchthilfesystem mit einem umfangreichen Hilfeangebot für suchtkranke Menschen besteht, aber gerade für suchtkranke und –gefährdete Kolleginnen und Kollegen noch passgenauerer Angebote notwendig und sinnvoll erschienen, die deren besonderer Situation Rechnung tragen.  Und dass es unserer professionellen aber auch kollegialen Sicht nur recht und billig war, ein solches Angebot zu entwickeln und anzubieten.

Mit dem jetzt vorliegenden Interventionsprogramm besteht u. E. ein gutes Angebot. Es hält aus meiner Sicht insbesondere gut die Balance zwischen der Hilfs- und Behandlungs-bedürftigkeit des betroffenen Kollegen/in auf der einen Seite und der Schutzbedürftigkeit der Patienten. Als weiteren Vorteil  sehe ich die Dauer des Programms, die nach allen suchtmedizinischen Erfahrungen und Erkenntnissen bei erfolgreichem Abschluss auch einen nachhaltigen Erfolg erwarten lässt. Die fachkollegiale Begleitung während des gesamten Zeitraums sichert zum einen natürlich auch die Kontrolle über den Behandlungsprozess, dürfte aber über den kollegialen Aspekt auch zu einer verbesserten Akzeptanz führen. Insgesamt bin ich froh, dass nun dieses Angebot besteht, da ich weiß, wie schwer es schon nichtärztlichen Betroffenen fällt, ihre Hilflosigkeit und damit Hilfsbedürftigkeit anzuerkennen; und den ärztlichen als den von Berufs wegen Helfenden natürlich erst recht."

Dr. Thomas Reuter, Suchtbeauftragter der Ärztekammer Berlin


Suchtproblematik bei Ärzten - immer ein bedeutsamer Fall

Aus verschiedenen Gründen sind Ärztinnen und Ärzte besonders gefährdet eine Suchtproblematik zu entwickeln. Die berufsspezifischen Belastungen – hohe Arbeitsdichte, überdurchschnittliche Arbeitszeiten, Leistungs- und Perfektionsdruck, berufliche Konflikte – treffen häufig auf ein berufliches Selbstbild des stets hilfsbereiten, selbstlosen, nimmermüden und immer funktionierenden Mediziners. Die Betroffenen täuschen sich unter Umständen noch länger als andere über die eingetretene Abhängigkeit hinweg und unterhalten sie mit Hilfe ihrer beruflichen Möglichkeiten auch in Krisen, zum Beispiel im Entzug, mit Selbstmedikation.

Auf Grund der besonderen Stellung und Verantwortung der Ärztinnen und Ärzte sind problematischer Substanzkonsum und Suchtmittelabhängigkeit mit einer ärztlichen Tätigkeit grundsätzlich nicht vereinbar.

Viel früher als bei vielen anderen Berufsgruppen besteht bei Ärztinnen und Ärzten im Fall einer Suchtproblematik Handlungsbedarf, damit die Betroffenen für sich, aber auch für ihre Patienten schwerwiegende Nachteile vermeiden können.

Das Hilfsangebot – Einstieg zum Ausstieg – das Interventionsprogramm für Mitglieder der Ärztekammer Berlin

Sollten Sie Anzeichen eines problematischen Substanzkonsums an Ihnen selbst oder bei Kollegen feststellen, dann sollten Sie nicht zögern diese offen anzusprechen und das hier vorgestellte Interventionsprogramm der Ärztekammer Berlin als Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Das strukturierte Interventionsprogramm der Ärztekammer Berlin umfasst drei Stufen:

  1. Klärungsphase / Vereinbarung des konkreten Vorgehens
  2. Initiale qualifizierte suchttherapeutische Behandlungsphase
  3. Strukturiertes Nachsorgeangebot und Überwachungsphase

Detaillierte Informationen zum Download:

Die Teilnahme am Interventionsprogramm für Mitglieder der Ärztekammer Berlin mit problematischen Substanzkonsum ist kostenfrei. Die Kostenübernahme für anfallende Untersuchungen, Behandlungen, Therapien im Rahmen des Interventionsprogramms sind Angelegenheit des betroffenen Kammermitglieds und entsprechend selbst zu verantworten.

Ein ausführlicher Bericht zum Interventionsprogramm der Ärztekammer Berlin ist zudem in der Kammerzeitschrift BERLINER ÄRZTE erschienen.

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