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Ärztekammer Berlin fordert verbindliche Verankerung des Themas Patientensicherheit in Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Gesundheitsberufe

(16.09.2015)  Kammerpräsident Dr. Jonitz: Lösungsorientierter Umgang mit Fehlern wurde in Deutschland vor allem von der Ärzteschaft vorangetrieben / Optimierung statt Sanktionen notwendig

Anlässlich des 1. Internationalen Tages der Patientensicherheit am 17. September ruft der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Günther Jonitz, dazu auf, das Thema Patientensicherheit verbindlich und nachhaltig in Aus-, Fort- und Weiterbildung zu verankern. Speziell angehende Ärztinnen und Ärzte müssten sich bereits während des Studiums intensiv mit Fragen der Patientensicherheit beschäftigen. „Das sind Themen, die Ärztinnen und Ärzte ihr ganzes Berufsleben lang begleiten. Denn Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung liegen in unserer persönlichen Verantwortung“, betont Jonitz: „Je früher Mediziner damit in Berührung kommen, umso besser.“ Gleichzeitig müssen Ärztinnen und Ärzte aber die Möglichkeit haben, ihre Verbesserungsvorschläge auch umzusetzen. „Sichere Patientenbehandlung braucht Rahmenbedingungen, die sicheres Handeln gewährleisten können“, so Jonitz.
Die Ärztekammer Berlin befasst sich seit über 15 Jahren auf nationaler und internationaler Ebene intensiv mit dem Thema Patientensicherheit. „In dieser Zeit ist es uns gelungen, das Thema aus der Tabu-Zone herauszuholen und auf die politische Agenda zu heben. Heute ist es Konsens, dass über fehlerhafte Abläufe offen gesprochen wird, um diese künftig zu vermeiden“, erklärt Jonitz. Er hebt hervor, dass die großen Initiativen von den in der Patientenversorgung Tätigen selbst ausgegangen seien. „Vor allem die Ärzteschaft hat erkannt, dass sie sich selbst um dieses sensible Thema kümmern muss. Daher ist es nötig, die bestehenden Initiativen zur Steigerung der Patientensicherheit auszubauen und weiter zu fördern, anstatt auf Sanktionen zu setzen.“ Nur so könne sich eine stabile Sicherheitskultur auf allen Versorgungsebenen bilden, fügt Jonitz hinzu.

Vorreiterrolle der Ärztekammer Berlin seit über 15 Jahren
Die Aktivitäten der Ärztekammer Berlin, das Thema Patientensicherheit bzw. Sicherheitskultur voranzutreiben und nachhaltig zu etablieren, sind vielfältig. Hier ein Auszug der wichtigsten Initiativen:

  • 2002 vergibt die Ärztekammer Berlin zusammen mit dem AOK-Bundesverband und der AOK-Nordost den Berliner Gesundheitspreis zum Thema „Fehlervermeidung und Sicherheitskultur“
  • 2005: Gründung des Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) mit der Ärztekammer Berlin als Gründungs- und Fördermitglied und Kammerpräsident Dr. Jonitz im Gründungsvorstand
  • 2005: 108. Deutscher Ärztetag in Berlin beschließt als erstes Ärzteparlament weltweit auf Initiative der Ärztekammer Berlin einstimmig die Unterstützung von Maßnahmen der systematischen Förderung der Patientensicherheit
  • 2008: Start des einrichtungsübergreifenden regionalen Berichts- und Lernsystems „Netzwerk CIRS-Berlin“
  • 2009: Beginn der regelmäßigen Fortbildung „Patientensicherheit lernen – Intensivseminar Fallanalyse“ in Kooperation mit dem APS
  • 2009: Hauptvortrag auf dem BMJ-Weltkongress „Internationales Forum für Qualität und Patientensicherheit“ 
  • 2010: Start der regelmäßigen Fortbildung „Arzt-Patienten-Kommunikation – Das Überbringen schlechter Nachrichten“
  • 2013: Patientensicherheit wird vom Kooperationsverbund Gesundheitsziele.de als nationales Gesundheitsziel ausgewählt, Kammerpräsident leitet die gleichnamige Arbeitsgruppe
  • 2015: Die Fachtagung „Berliner CIRS-Symposium“ findet erstmals statt 

Was ist der Internationale Tag der Patientensicherheit?
Mit dem Internationalen Tag der Patientensicherheit will das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) in Deutschland eine Plattform für das gemeinsame Engagement aller Beteiligten im Gesundheitswesen bieten. Bundesweit werden Informationsveranstaltungen von vielen Akteuren aus allen Bereichen des Gesundheitswesens durchgeführt. Auch die europäischen Partner beteiligen sich mit zahlreichen Aktionen. Schwerpunktthema des Aktionstages ist Hygiene und die Vermeidung von Infektionen. Ziele und Themen des Aktionstages sind

  • Präsentation wirksamer Lösungsansätze für mehr Qualität und Sicherheit
    in der medizinischen Versorgung
  • Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit und der Medien zu zentralen Themen rund um Patientensicherheit
  • Vorstellung von Modellprojekten
  • Information zu Aktivitäten in Kliniken, Praxen und Heimen zum Thema Patientensicherheit
  • Wie jeder Einzelne zu seiner Sicherheit als Patient beitragen kann 

Weitere Informationen:
www.tag-der-patientensicherheit.de

Hier finden Sie die Pressemitteilung als pdf zum Download.


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