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Zahl der Behandlungsfehlervorwürfe in Berlin leicht gesunken

(15.06.2015)  Ärztekammerpräsident Dr. Jonitz: "Kostenloses, außergerichtliches Schlichtungsverfahren wird von den Patienten angenommen"

Die Zahl der Behandlungsfehlervorwürfe in Berlin ist leicht gesunken. Im Jahr 2014 gingen 515 neue Vorwürfe aus dem Bereich der Ärztekammer Berlin bei der gemeinsamen Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern in Hannover ein (2013: 561 Anträge). Im Jahr 2014 konnten von diesen Anträgen und den noch nicht abschließend entschiedenen Fällen aus den Vorjahren 484 Fälle erledigt werden. In 206 Fällen konnte das Schlichtungsverfahren nicht durchgeführt werden, weil die Verfahrensvoraussetzungen nicht vorlagen (u. a. Nichtzuständigkeit, fehlende Zustimmung der Antragsgegner, Antragsrücknahme, anhängige Zivil- oder Strafprozesse).

Von 278 geprüften Fällen wurden 77 mit der Anerkennung eines Behandlungsfehlers abgeschlossen, in 201 Fällen wurde die Anerkennung abgelehnt. Das entspricht einer Anerkennungsquote von 27,7 % (2013: 31,2 %).

Der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Günther Jonitz, erklärte anlässlich der heute vorgestellten bundesweiten Behandlungsfehler-Statistik: „Die Zahlen zeigen, dass das für die Patienten kostenlose, außergerichtliche Schlichtungsverfahren angenommen wird. Das wird auch dadurch belegt, dass die Anerkennung eines Behandlungsfehlers durch die Gutachter von den Beteiligten zu rund 90 % akzeptiert wird.“

Die häufigsten Krankheiten, die 2014 in Berlin zur Anrufung der Schlichtungsstelle führten, waren Arthrosen (Coxarthrose, Gonarthrose), Leistenhernie, Schulter-, Oberarm- und Unterarmfrakturen, Unterschenkel- und Sprunggelenkfrakturen sowie Deformation der Zehen und Finger. Die Fälle stammten mit 77 % aus dem Klinikbereich, während der niedergelassene Bereich mit 23 % beteiligt war. Dabei sind unterschiedliche Fehlerarten festzustellen:
Schwerpunkte im niedergelassenen Bereich mit jeweils 11,1 % lagen bei der allgemeinen Diagnostik (Anamnese/Untersuchung, Labor/Zusatzuntersuchungen, der bildgebenden Diagnostik), der operativen Therapie und der Indikationsstellung. Die am häufigsten beteiligten Fachgebiete 2014 waren die Unfallchirurgie/Orthopädie mit 41,1 %, die hausärztliche Tätigkeit mit 11,0 %, die Frauenheilkunde mit 9,6 % und die Radiologie mit 5,5 %.

Im Klinikbereich lagen die Schwerpunkte bei der operativen Therapie mit 35,2 %, der bildgebenden Diagnostik mit 10,2 %, der Indikationsstellung und bei der Therapie der postoperativen Maßnahmen mit jeweils 9,1 %. Die am häufigsten beteiligten Fachgebiete 2014 im Klinikbereich waren die Unfallchirurgie/Orthopädie mit 31,4 %, die Allgemeinchirurgie mit 12,2 % sowie die Frauenheilkunde, die Innere Medizin und die Neurochirurgie mit jeweils 6,5 %.

Berliner Behandlungsfehlerstatistik 2010-2014*

 

2010

2011

2012

2013

2014

Bestand aus dem Vorjahr

439

474

460

416

417

Neueingänge

589

549

484

561

515

Erledigungen

554

563

528

520

484

keine Prüfung wegen fehlender Voraussetzungen

223

223

197

209

206

geprüfte Fälle

331

340

331

311

278

davon Vergleich (Schadenersatzansprüche)

91

117

92

97

77

Behandlungsfehlerquote bei den geprüften Fällen

27,49%

34,41%

27,79%

31,19%

27,70%

kein Nachweis für schuldhaften Behandlungsfehler

240

223

239

214

201

*auf Basis der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen untersuchten Fälle.

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