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Ärztekammer Berlin ehrt Rita Kielhorn-Haas, Rolf D. Müller und Ulrich Fegeler mit der Georg Klemperer-Medaille

(28.09.2012)  Preisträger erhalten die Auszeichnung für ihre besonderen Verdienste um die medizinische Versorgung und die Belange der Ärzteschaft

Für ihre besonderen Verdienste um die medizinische Versorgung der Bevölkerung und die Belange der Ärzteschaft sind Dr. med. Rita Kielhorn-Haas, Rolf Dieter Müller und Dr. med. Ulrich Fegeler heute mit der Georg Klemperer-Medaille der Ärztekammer Berlin ausgezeichnet worden. Die Ehrung wird jenen Ärztinnen und Ärzte zuteil, die sich in herausragendem Maße um die Ärzteschaft und die Patientenversorgung verdient gemacht haben. Positive und förderungswürdige ärztliche Eigenschaften wie Zivilcourage, wissenschaftlicher Weitblick und Aufgeschlossenheit für neue Ideen, aber auch soziales Engagement sollen damit gewürdigt werden. Der Einladung der Ärztekammer Berlin gefolgt waren ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter sowie Vertreter der Politik und des Berliner Gesundheitswesens.

Die Preisträger

Dr. med. Rita Kielhorn-Haas

Die niedergelassene Allgemeinmedizinerin Dr. med. Rita Kielhorn-Haas (79) wurde 1933 im oberschlesischen Ratibor geboren. Nach dem Abitur in Polen siedelte sie mit ihrer Familie nach Magdeburg um und ging von dort nach West-Berlin, um Medizin zu studieren. Dem Staatsexamen im Jahr 1961 folgte sechs Jahre später die eigene Praxis in Berlin-Kreuzberg, wo sie sich bis 1998 mit besonderem Engagement um Patienten mit Migrationshintergrund kümmerte. 

1976 startete sie mit Eintritt in den Berufsverband der Praktischen Ärzte und Ärzte für Allgemeinmedizin (BPA) ihre berufspolitische Karriere - zunächst auf Landesebene, von 1987 bis 1991 war sie dann 1. Stellvertreterin des BPA-Bundesvorsitzenden. Seit den 80er Jahren engagierte sich Rita Kielhorn-Haas intensiv in der Ärztekammer Berlin und in der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin. Von 1981 bis 1988 war sie Vorstandsmitglied der KV-Berlin, von 1989 bis 1993 dann stellvertretende Vorsitzende. Zwischen 2001 und 2004 war sie Beisitzerin im KV-Vorstand. Ebenso umfassend war auch ihre Arbeit in der Ärztekammer Berlin. So war sie beispielsweise von 1983 bis 2007 durchgängig Mitglied der Delegiertenversammlung der Kammer.

Seit 1998 ist Rita Kielhorn-Haas Ehrenvorsitzende des Berufsverbandes der Allgemeinärzte in Berlin und Brandenburg. Ihr besonders Augenmerk lag immer auf der psychosomatischen Medizin. 1994 gründete sie zusammen mit der Ärztekammer Berlin und der Akademie für Integrierte Medizin das Institut für Psychosomatik und Psychotherapie des BPA Berlin-Brandenburg, welches sie dann auch leitete. Außerdem war sie zwischen 1994 und 1997 Vorsitzende der Deutschen Balintgesellschaft. 

"Rita Kielhorn-Haas hat in den vielen Jahren ihrer umfangreichen berufspolitischen Arbeit immer eine integrative Rolle zwischen den Haus- und Fachärzten eingenommen", betonte der Vizepräsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Elmar Wille, in seiner Laudatio und fügte hinzu: "Darüber hinaus ist es ihr gelungen, in Berlin und bundesweit die Integration der Psychotherapie in die Allgemeinmedizin entscheidend voranzutreiben."

Rolf Dieter Müller

Mit Rolf Dieter Müller (68) wird erstmals ein Vertreter einer Krankenkasse mit der von der Berliner Ärzteschaft vergebenen Georg-Klemperer-Medaille geehrt. Der gebürtige Westfale Rolf Dieter Müller hat einen langen Weg vom Auszubildenden als Sozialversicherungsfachangestellter im Alter von 14 Jahren bei der AOK Wuppertal bis zum Vorstand der AOK Berlin durchlaufen. 49 Jahre Berufsjahre hielt er der AOK die Treue. 1991 kam er als stellvertretender Geschäftsführer der AOK nach Berlin. Ihn erwartete dort nicht nur eine historisch gewachsene gesetzliche Krankenkasse, sondern alle Probleme, die es in Berlin in der Nachwendezeit gab. "Sein Arbeitsprinzip war dabei durchgängig und verlässlich: Gute Medizin sollte für die Menschen erreichbar und bezahlbar bleiben", erklärte der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Günther Jonitz, in seiner Laudatio. 

Unter seiner Ägide als Vorstandsmitglied und Vorstandsvorsitzender der ÄOK-Berlin (seit 1998) wurde zum Beispiel die erste bundesweit getroffene Vereinbarung zur Verbesserung der Behandlung von Rheumapatienten - die Rheuma-Vereinbarung zwischen der KV Berlin und der AOK Berlin - realisiert. Die Rheumaliga hat ihn deshalb mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Darüber hinaus hat die AOK die erste flächendeckende Home-Care-Vereinbarung zur Versorgung von HIV-Patienten, aber auch zur Versorgung von Onkologiepatienten im Jahre 1993 geschlossen. Sie ist Vorbild als Versorgungsansatz für die Palliativversorgung bundesweit. F

Für die Augenärzte und Augenpatienten ist wichtig, dass im Jahr 1998 in Berlin eine bundesweit einzigartige Regelung getroffen wurde, um Patienten mit Augentumoren eine Protonentherapie an der Universitätsklinik Charité zu ermöglichen. Diese Behandlungsmethode hatte Weltgeltung. Die ambulante Rehabilitation wurde durch eine Pilot-Vereinbarung unter Beteiligung des Arbeits- und Sozialministeriums 1996 für orthopädische, neurologische und Herzkreislauf-Erkrankungen geregelt und gilt als die erste deutschlandweite Regelung unter Beteiligung des Ministeriums.

Seit seinem Ausscheiden als Vorsitzender der AOK Berlin im Jahr 2007 kümmert er sich um die Belange des Gesundheitsstandortes Berlin, aber auch weit darüber hinaus. "Nimmt man die aktuelle Berichterstattung als Grundlage, so entsteht der Eindruck, dass es mit dem Miteinander von Krankenversicherung und ärztlicher Selbstverwaltung nicht immer zum Besten bestellt ist. Genau dies ist der Grund, warum wir Rolf Dieter Müller ehren. Unter seiner Führung war vieles anders und fast alles besser", ergänzte Kammerpräsident Jonitz.

Dr. med. Ulrich Fegeler

Der Kinder- und Jugendarzt Dr. med. Ulrich Fegeler (64) wurde 1948 in Gelsenkirchen geboren. 1974 legte er sein Staatsexamen in Bonn ab. Es folgten 1979 die Promotion und 1982 der Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Anschließend war er bis 1989 als Oberarzt am Hedwig-von-Rittberg-Kinderzentrum der DRK Kliniken Berlin tätig. Danach folgte die Niederlassung in einer kinder- und jugendärztlichen Gemeinschaftspraxis, später Praxisgemeinschaft in Berlin-Spandau.

Ulrich Fegeler engagiert sich seit vielen Jahren intensiv in der Kinder- und Jugendmedizin. Dabei geht sein Engagement weit über die Verbesserung der medizinischen Versorgung hinaus. Zwischen 1999 und 2009 war Fegeler stellvertretender Landesvorsitzender des Berliner Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Seit 2007 ist er Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Sein Themenschwerpunkt ist dabei "Vergessene Kinder", das heißt die sozialen Folgen frühkindlicher soziogener Entwicklungsdefizite. 2011 gründete er deshalb die Initiative "Kein Kind vergessen - nachhaltige Entwicklungsförderung jetzt", in der sich Pädiater, Kriminalpsychologen, Sozialwissenschaftler, Pädagogen, Politiker, Juristen und Journalisten engagieren. Er ist darüber hinaus Gründungmitglied und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für ambulante allgemeine Pädiatrie (DGAAP).

Ulrich Fegelers Engagement endet aber nicht bei der Kinder- und Jugendmedizin. So gehörte er 1979 zu den Gründungsmitglieder der Berliner Ärzteinitiative gegen Atomenergie. 1981 war er Gründungsmitglied der Deutschen Sektion der IPPNW, in dessen Vorstand er sich über viele Jahre engagierte.
Sein Laudator, das Kammervorstandsmitglied Professor Dr. med. Harald Mau, lobte Fegelers unermüdlichen Einsatz für eine hochwertige, humane Patientenversorgung - insbesondere die Förderung der geistigen und seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Das Aufzeigen und Anprangern sozialer Missstände, in denen Kinder in diesem Land leben müssen, von Betreuungs- und Erziehungsnotständen bis hin zur "schleichenden Bildungsverelendung" sei für Ulrich Fegeler eine Lebensaufgabe, die deshalb mit der Georg-Klemperer-Medaille gewürdigt wird, erklärte Mau.

Der Namensgeber

Die Georg Klemperer-Medaille wurde von der Ärztekammer Berlin in diesem Jahr zum sechsten Mal vergeben. Namensgeber der Auszeichnung ist der Berliner Internist Professor Georg Klemperer (1865 - 1946). Der Sohn eines Rabbiners etablierte im Krankenhaus Moabit eine ebenso menschliche wie wissenschaftlich fundierte Medizin. 1935 musste Klemperer vor den Nazis in die USA fliehen.

 

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