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Keine Schulvorsorgeuntersuchungen ohne ausreichend Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst

(03.07.2012)  Ärztekammer Berlin begrüßt Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Bahr für regelmäßige Arztbesuche in Schulen, mahnt aber Aufwertung des ÖGD an

Die Ärztekammer Berlin begrüßt grundsätzlich den Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, Ärzte regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen in Schulen zu schicken. "Damit könnten bestehende Lücken in der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen geschlossen werden", erklärte der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Günther Jonitz. Gleichzeitig stellte er die Frage, woher die dafür benötigten Ärztinnen und Ärzte kommen sollen. "Im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) wurden über Jahre hinweg Stellen gestrichen. Jetzt werden wieder händeringend Ärzte benötigt, zugleich weigern sich aber die kommunalen Arbeitgeber, akzeptable Arbeitsbedingungen anzubieten", betonte Jonitz mit Blick auf das kürzliche Scheitern des Schlichtungsverfahrens zwischen der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). Der MB hatte versucht, die ÖGD-Ärzte in den Tarifvertrag der Ärzte an kommunalen Krankenhäusern (TV-Ärzte/VKA) einzubeziehen. Die kommunalen Arbeitgeber verweigern den ÖGD-Ärzten bis jetzt einen Tarifvertrag.

"ÖGD-Ärzte sind aber keine Ärzte zweiter Klasse", betonte Jonitz. "Der Öffentliche Gesundheitsdienst hat in den Bereichen Prävention und sozialmedizinische Betreuung der Bevölkerung eine überaus wichtige Rolle - insbesondere in einer Stadt wie Berlin mit ihren großen sozialen Problemen und daraus resultierenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Menschen." Der Wert einer Gesellschaft bemesse sich daran, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht, fügte der Ärztekammerpräsident hinzu. "So lange die öffentliche Hand aber ihrer Pflicht, sich intensiv und aufrichtig um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu kümmern, nur halbherzig nachkommt, muss ein Vorschlag wie der von Minister Bahr Wunschdenken bleiben." Jonitz forderte deshalb Bahr auf, auf seine Länderkollegen und die Kommunen einzuwirken, den ÖGD entsprechend seiner Bedeutung für das Allgemeinwohl angemessen aufzuwerten.

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