Unser Presseportal
Drucker

Ärztekammer Berlin setzt sich für eine Stärkung der Altersmedizin ein

(01.02.2010)  Vorgelegtes Geriatriekonzept Berlin 2010 zeigt notwendigen Bedarf in der Hauptstadt

Die Ärztekammer Berlin macht sich für die Altersmedizin in der Hauptstadt stark und legt das Geriatriekonzept Berlin 2010 vor. Der Arbeitskreis Klinische Geriatrie der Kammer hat in seinem Papier analysiert, welcher Bedarf an geriatrischer Versorgung besteht und zukünftig bestehen wird, wo die größten Lücken liegen und wie sie geschlossen werden können. Dabei hat sich gezeigt, dass es in Berlin viele hervorragende Angebote zur Versorgung geriatrischer Patienten gibt. Diese müssen aber konsequent fortgeführt, ausgebaut und vernetzt werden. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund notwendig, dass sich die Zahl der über 80-Jährigen bis zum Jahr 2030 in Berlin voraussichtlich verdoppeln wird.

Zu den Kernforderungen des Konzepts gehören unter anderem eine stärkere Vernetzung geriatrischer Versorgungsangebote, die Förderung entsprechender Schwerpunktpraxen, die maßvolle Erhöhung geriatrischer Klinikbetten sowie die Fortführung und der Ausbau des erfolgreichen Berliner Heimarztmodells. Bei diesem seit rund zehn Jahren bestehenden Modell sind Ärzte entweder direkt bei einem Pflegeheim angestellt oder schließen einen speziellen Betreuungsvertrag ab. Über die Fortführung dieses bewährten Modells, das eine kontinuierliche medizinische Versorgung von Pflegeheimbewohnern sicherstellt und gleichzeitig Kosten spart, wird derzeit verhandelt. "Mit diesem Modell wird die Qualität der Versorgung von Heimbewohnern stark verbessert bei gleichzeitig niedrigeren Kosten", unterstrich der Sprecher des Arbeitskreises, Dr. Dr. med. Claus Köppel.

Der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Günther Jonitz, erklärte, dass die Ärztekammer mit dem Geriatriekonzept wieder einmal ihren Sachverstand in ein gesellschaftspolitisch äußerst relevantes Thema einbringe. Damit komme die Kammer ihrer Gemeinwohlverpflichtung nach. Da die in den Arbeitskreisen der Kammer vertretenen Ärztinnen und Ärzte hautnah vom gesellschaftlichen Wandel und der demografischen Entwicklung betroffen seien, hätten sie auch die entsprechende "Problemlösungskompetenz". Gesellschaftliche und medizinische Probleme dieser Art könnten nicht von Behörden und Ministerien allein gelöst werden, hob Jonitz hervor. Aus seiner Sicht erlebt die Altersmedizin derzeit einen Wandel. "Die Geriatrie wird gesellschaftsfähig", sagte der Kammerpräsident mit Blick auf das Schattendasein, das das Fach lange Zeit führte.

Einen wichtigen Schritt zur Stärkung der geriatrischen Medizin hat die Ärztekammer Berlin getan, indem sie kürzlich mit dem 8. Nachtrag zur Weiterbildungsordnung den Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie geschaffen hat. Der Nachtrag liegt derzeit bei der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz zur Genehmigung. Die Ärztekammer Berlin ist damit eine der ersten Kammern, die diesen Weg geht. Daneben existiert weiterhin die Zusatz-Weiterbildung Geriatrie, so dass Berliner Ärzten künftig verschiedene Wege zur Herausbildung geriatrischer Kompetenz zur Verfügung stehen. Inzwischen gibt es Bestrebungen, diesen geriatrischen Facharzt bundesweit zu etablieren.

Auch die Forschung und hier insbesondere die Versorgungsforschung ist bei alten Menschen bzw. geriatrischen Patienten in besonderer Weise gefordert. Wie die Leiterin der Forschungsgruppe Geriatrie der Charité und Ärztliche Leiterin des Evangelischen Geriatriezentrums, Professor Dr. med. Elisabeth Steinhagen-Thiessen, betonte, müsse die Zahl geriatrischer Lehrstühle in Berlin und bundesweit stark angehoben werden, um dem Bedarf gerecht zu werden. Gleichzeitig plädierte sie für eine Stärkung der geriatrischen Kompetenz in allen Fächern. Dies müsse schon in der Ausbildung berücksichtigt werden.

Hier erhalten Sie das vollständige Geriatriekonzept.
Eine Zusammenfassung des Geriatriekonzeptes können Sie hier ebenfalls abrufen.

ÄRZTEKAMMER BERLIN 
Pressestelle
Sascha Rudat, Tel. 030/ 40 80 6-4100/ -4101
Sybille Golkowski, Tel. 030/ 40 80 6-4102
E-Mail: presse@aerztekammer-berlin.

RSS Newsfeed abonnieren  |  Was ist ein RSS Newsfeed?

BERLINER ÄRZTE - Mitgliederzeitschrift
LEITUNG STABSSTELLE

Loechel_web

Niels Löchel
Tel.: 030 40806-4101
E-Mail: n.loechel@aekb.de
PRESSESPRECHER

rudat

Sascha Rudat
Tel.: 030 40806-4100
E-Mail: s.rudat@aekb.de
PRESSEREFERENTIN

Braun_web

Michaela Braun
Tel.: 030 40806-4105
E-Mail: m.braun@aekb.de 
PRESSEREFERENTIN

Guillen

Xóchil Guillén-Sautter
Tel.: 030 40806-4104
E-Mail: x.guillen-sautter@aekb.de
ASSISTENTIN

Floerke

Laura Flörke
Tel.: 030 40806-4101

© 2019 Ärztekammer Berlin

 

Ärztekammer Berlin english_icon
Friedrichstr. 16 | 10969 Berlin
Telefon +49 30 / 40806-0 | Fax +49 30 / 40806-3499 | E-Mail kammer@aekb.de