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Neues Abrechnungssystem in Krankenhäusern erhöht Gefahr der "Instant-Versorgung"

(09.07.2003)  Studie der Gmünder Ersatzkasse bestätigt Prognose der Ärztekammer Berlin

9. Juli 2003

Die heute von der Gmünder Ersatzkasse vorgestellten Ergebnisse zu den Auswirkungen des neuen Klinik-Abrechnungssystems nach DRG's bestätigt, was die Ärztekammer Berlin bereits vor zwei Jahren prophezeite. Die Pauschalvergütung nach Diagnosen (DRG = Diagnosis Related Groups) ist für die Kliniken ein Anreiz zum schnellen Durchschleusen von Patienten. Die Kliniken bekommen bei diesem System keine Tages-Pflegesätze mehr, sondern pro Diagnose/Prozedur nur noch einen Pauschalbetrag, egal, wie lange sich der Patient im Hause befindet. Unter diesen Bedingungen ist schnelle Entlassung Trumpf; bei Chronischkranken kann es deshalb zu einer Art "Drehtüreffekt" kommen. Die Kliniken erkaufen sich kurze Verweildauern mit einer Erhöhung der Fallzahlen, die letztlich durch Wiedereinweisungen zustande kommen.

Die Ärztekammer Berlin hat bereits im Jahr 2001 eindringlich vor den Folgen der Pauschalvergütungen nach DRG's für die Patientenversorgung gewarnt. Das Abrechnungssystem verlagert das wirtschaftliche Risiko von den Krankenkassen auf die Kliniken. Damit hängt der wirtschaftliche Erfolg einer Klinik davon ab, wie gut Kosten reduziert werden können. Die Gefahr der "Instant-Versorgung" wächst. Berlins Kammerpräsident Dr. med. Günther Jonitz sagte bereits vor zwei Jahren: "Die Erwartungen, durch die Einführung der DRG's Geld zu sparen, werden sich nicht erfüllen. Im Gegenteil, die Kosten werden steigen."

Die Umfrage der Gmünder Ersatzkasse förderte zudem eine Verschlechterung der Arzt/Pflege-Patientenkommunikation zutage. Offenbar gibt es vor allem rund um die Entlassung Defizite. So erhielten 12,2 % der befragten Patienten keine oder nur unverständliche Informationen zur Medikamenteneinnahme und 15 % erfuhren nichts über Warnsignale, auf die sie nach der Entlassung zu achten hätten. Dieses Ergebnis zeigt, dass durch den schnelleren "Patientendurchsatz" auf Station weniger Zeit für das Patientengespräch und eine umfassende Aufklärung bleibt.

Die Gmünder Ersatzkasse hatte in ihrer Untersuchung 5968 ausgewählte Versicherte in einer Fragebogenaktion befragt, die sich 2002 in stationärer Behandlung befanden.


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