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MB-Umfrage: Klinikärztinnen und -ärzte leiden immer mehr unter Arbeitslast

(30.01.2020)  Mehr als 2.000 Ärztinnen und Ärzte in der Region befragt.

"Es stimmt etwas nicht mehr.“ Mit diesen Worten eröffnete der Landesvorsitzende des Marburger Bundes (MB) Berlin-Brandenburg, PD Dr. med. Peter Bobbert, am 16. Dezember 2019 eine Pressekonferenz zur Arbeits- und Gesundheitssituation der Ärztinnen und Ärzte in den beiden Ländern. Der Marburger Bund hatte gemeinsam mit der Uniklinik Hamburg und der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege 2.060 Klinikärztinnen und -ärzte in Berlin und Brandenburg befragt. "Das Bild, das sie uns zeigen, ist erschreckend, aber auch klar und eindeutig“, so Bobbert, der auch Vorstandsmitglied der Ärztekammer Berlin ist, weiter. "Ein gutes Gesundheitssystem kostet Geld und bringt kein Geld. Ein Krankenhaus ist aus meiner Sicht kein Ort des Geldverdienens. Ein Krankenhaus ist da, um Menschen zu heilen und Leiden zu lindern. Dafür muss man Geld in die Hand nehmen“, forderte er.
69 Prozent der Befragten gaben demnach an, mehrmals täglich unter Zeitdruck zu arbeiten. Am höchsten ist der Zeitdruck der Umfrage zufolge in den Uniklinika. Statt der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit von 38 Stunden pro Woche liege die durchschnittliche Arbeitszeit in der Realität bei über 50 Stunden. Mehr als die Hälfte der Ärzte und Ärztinnen berichtet von täglicher Frustration, „weil sie ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden“, so Bobbert und warnte: "Das bedeutet eine Reduktion der ärztlichen Qualität.“
Als Gegenmaßnahmen nannte Bobbert mehr Investitionen in Personal, gut gemachte Personaluntergrenzen, die Einhaltung der vertraglich geregelten Arbeitszeiten sowie eine Reform des Fallpauschalensystems.
Armin Ehl, Hauptgeschäftsführer des Marburger Bund Bundesverbandes, ergänzte: "Arztschutz ist Patientenschutz. Es kann nicht sein, dass die, die andere heilen sollen, selbst immer kranker werden.“ Er unterstützte Bobberts Forderung nach einer Reform des DRG-Systems: "Wir brauchen ein neues System, bei dem die Daseinsvorsorge im Vordergrund steht.“
Dr. Steffen König, brandenburgisches MB-Vorstandsmitglied, sprach sich für "intelligente Personaluntergrenzen“ aus, die nicht so dilettantisch wie in der Pflege gemacht seien.

 

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