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ÖGD: Marburger Bund fordert Arzttarife

(01.03.2018)  Der Marburger Bund hat den Ärztenotstand im Öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes Berlin scharf kritisiert. Auf einer Pressekonferenz des Landesverbandes Berlin-Brandenburg am 22. Januar unter Beteiligung des Landesvorsitzenden PD Dr. Peter Bobbert (Vorstandsmitglied der Ärztekammer Berlin), MB- Hauptgeschäftsführer Armin Ehl und Claudia Kaufhold vom Berufsverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) wurden die Probleme deutlich benannt.

Foto_ÖGD-PK

MB-Hauptgeschäftsführer Armin Ehl, Claudia Kaufhold (BVÖGD), MB-Landesvorsitzender Peter Bobbert und Moderatorin Gaby Papenburg (v.l.).

Zwar habe der Senat beschlossen, bis Ende der Legislaturperiode 402 neue Stellen im ÖGD zu schaffen und auszufinanzieren. „Was eigentlich zu begrüßen ist, klingt doch wie ein Schildbürgerstreich, denn gleichzeitig sind in den Berliner Gesundheitsämtern über 500 Stellen nicht besetzt, davon 55 Arztstellen, sogar noch einmal 15 weniger als vor 4 Jahren!“, betonte Bobbert. Es fehle an allem: Psychiater für Sozialpsychiatrische Dienste, Kinder- und Jugendpsychiater, Hygienereferenten sowie Kinder- und Jugendärzte für Einschulungsuntersuchungen. Hauptgrund für die Nichtbesetzung der Stellen sei, dass Ärzte in den Gesundheitsämtern rund 1.000 Euro brutto im Monat weniger als in den Kliniken verdienen. Zwar habe der rot-rot-grüne Senat angekündigt, die tariflichen Unterschiede zwischen Ärzten in den landeseigenen Kliniken und dem ÖGD zu beseitigen. "Nichts ist seitdem passiert: Keine Anpassung, keine Arzttarife, keine Ärzte! Nur durch die Anerkennung der ärztlichen Tätigkeit und Bezahlung nach Arzttarifen werden sich Ärztinnen und Ärzte auf die offenen Stellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst bewerben", so Bobbert weiter. 

Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) kündigte zwischenzeitlich an, Gehaltslücken durch Zulagen zu schließen. Diese seien ausfinanziert. „Die Behördenärzte leisten ebenso wertvolle Arbeit wie ihre Kollegen an Krankenhäusern“, erklärte Kolat. Um ihre Situation zu verbessern, wolle der Senat den Tarifvertrag für Ärzte an Krankenhäusern auch auf den ÖGD übertragen. Die Tarifgemeinschaft der Länder, an die Berlin gebunden ist, lehne dies aber derzeit noch ab, hieß es weiter. Der unterbesetzte Öffentliche Gesundheitsdienst in Berlin ist seit Jahren ein Dauerthema (s. Titelthema BERLINER ÄRZTE 10/2012). Die Ärztekammer Berlin hat immer wieder auf die Wichtigkeit der Arbeit der ÖGD-Ärztinnen und -Ärzte öffentlich hingewiesen. Außerdem hat die Kammer im Jahr 2013 den Druck der Imagebroschüre "Arbeitsplatz Öffentlicher Gesundheitsdienst" der Senatsverwaltung übernommen und die Verbreitung unterstützt.

 

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