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Stolperstein für Dr. Hans Adolf Bujakowski verlegt

(04.10.2017)  1938 musste er Deutschland verlassen, jetzt erinnert ein Stolperstein an Dr. med. Hans Adolf Bujakowski.

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Dem jüdischen Arzt, dem 1933 seine Kassenzulassung entzogen worden war, gelang mit seiner Familie über England die Flucht in die USA. In der Neuköllner Karl-Marx-Straße halten nun drei Messingplatten im Trottoir Hans Adolf, Augusta und Helga Bujakowski im Gedächtnis.

Hans Adolf Bujakowski wurde 1897 in Breslau geboren, er studierte Medizin in Jena und Berlin. Nach Approbation und Dissertation 1922 arbeitete er bis 1928 als Assistenzarzt in der Frauenklinik Dr. Hartog in der Romintenerstraße, um sich dann als Allgemeinpraktiker in Neukölln in der Bergstraße 46 (heute Karl-Marx-Straße) niederzulassen.

Der Entzug der Kassenzulassung 1933 setzte ihm nach den Worten seiner Tochter Helga sehr zu: „Er war ein sehr angesehener Arzt und fühlte sich im Neuköllner Milieu sehr wohl. Über die Privatpatienten patienten sagte er hingegen einmal, sie kämen nur aus Langeweile oder weil sie für die ärztliche Behandlung bezahlen würden. Das sei nicht sein Stil.“

Bujakowski nannte sich in den USA Henry Adolph Boyer, hier praktizierte er als Gynäkologe und Notfallarzt. Er starb 1964 in Freeport/New York. Sein Bruder Kurt Bujakowski, Buchhändler, entkam den Nazischergen nicht. Er konnte mit seiner Frau und seiner Tochter zunächst nach Frankreich emigrieren, wo er jedoch verhaftet und nach Auschwitz deportiert wurde.

Am 9. September 2017 wurden zum Gedenken an Hans Adolf Bujakowski und seine Familie vor dem Haus Karl-Marx-Straße 190 in Neukölln drei Stolpersteine verlegt.

Stolpersteine sind Betonwürfel von 10 cm Kantenlänge, die ins Pflaster des Trottoirs eingelassen werden. Sie erinnern an Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt, vertrieben und/oder ermordet wurden - Juden, Sinti, Roma, Schwule, Behinderte, Kommunisten. Sie  werden vor der letzten frei gewählten Wohnung der Verfemten in den Bürgersteig eingefügt, die mit Messing überzogene Oberfläche trägt die Namen und Lebensdaten der Personen und erinnert en passant an deren Schicksal.

Die Stolpersteine (stolpersteineberlin.de) gehen zurück auf den Künstler Gunter Demnig, der 1992 in Köln mit ihrer Verlegung begann. Mittlerweile (Stand Juli 2017) sind mehr als 61.000 Stolpersteine verpflastert, in Deutschland etwa 53.000, und darüber hinaus weitere 8.000 in 21 europäischen Ländern. Sie gelten als das größte dezentrale Mahnmal der Welt.

KV Berlin

 

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