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RKI rät bei Männern, die Sex mit Männern haben, zur Hepatitis A-Impfung

(29.03.2017)  Das Robert Koch-Institut (RKI) rät bei Männern, die Sex mit Männern haben, zu einer Impfung gegen Hepatitis A. Aktuell ist in Berlin eine Infektionswelle zu verzeichnen.

Hepatitis A-Ausbrüche bei Männern, die Sex mit Männern (MSM) haben, wurden in der Vergangenheit wiederholt aus mehreren Ländern berichtet. Das Infektionsrisiko für Hepatitis A ist bei Sexualpraktiken mit der Möglichkeit einer fäkal-oralen Übertragung erhöht, wir das RKI berichtet. Daher wird die Hepatitis A-Impfung von der Ständigen Impfkommission (STIKO) auch für Personen mit einem Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung empfohlen. Seit Mitte November 2016 ereignet sich in Berlin ein Hepatitis A Ausbruch bei MSM, den das RKI in Kooperation mit Ärzten des Arbeitskreises AIDS niedergelassener Ärzte Berlin e.V. (AK-AIDS), den Berliner Gesundheitsämtern und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales genauer untersucht.

Seit der Kalenderwoche 46/2016 wurden dem RKI mehr als 80 Hepatitis A-Fälle in Berlin übermittelt. Bei >95% der Fälle handelt es sich um Männer, die mindestens 20 Jahre alt sind (medianes Alter 32 Jahre). Nach Angaben aus der intensivierten Surveillance sind darunter überwiegend MSM. Die bisherigen Ergebnisse der Ausbruchsuntersuchung deuten darauf hin, dass bei MSM die empfohlene Hepatitis A-Impfung noch nicht ausreichend umgesetzt wurde und Impflücken bestehen.  

Um den Ausbruch bald zu beenden, bitten wir die Berliner Ärztinnen und Ärzte, bei Personen mit sexuellen Risiken den Impfstatus zu überprüfen und ggf. eine Hepatitis A-Impfung durchzuführen. Um im Rahmen der aktuellen Infektionsgefährdung einen schnellen Impfschutz zu erreichen, wird empfohlen, einen monovalenten Hepatitis A-Impfstoff (Vaqta®50, Havrix®1440) zu verwenden. Mit einer 1-maligen Impfung sind die geimpften Personen bereits innerhalb von 2-4 Wochen nach der Impfung bereits ausreichend geschützt. Um einen Langzeitschutz zu gewährleisten, sollte eine 2. Dosis 6 bis 18 Monate nach der 1. Dosis verabreicht werden. Außerdem wird für Kontaktpersonen von Hepatitis-A-Erkrankten (z.B. Haushaltskontakte, Sexualpartner) eine postexpositionelle Impfung mit monovalentem Hepatitis-A-Impfstoff bis zu 2 Wochen nach Kontakt empfohlen.  

Der Hepatitis A Ausbruch in Berlin zeigt epidemiologische Zusammenhänge zu Fällen in anderen deutschen und europäischen Städten. 

Weitere Informationen:

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HepatitisA.html
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/02/Art_02.html
http://www.eurosurveillance.org/ViewArticle.aspx?ArticleId=22709

 

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