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Gendiagnostikgesetz: Übergangsbestimmungen enden am 10. Juli 2016

(10.05.2016)  Qualifikation zur "fachgebundenen genetischen Beratung" nach dem Gendiagnostikgesetz: Ende der Übergangsbestimmungen am 10. Juli 2016

Am 10. Juli 2016 enden die Übergangsbestimmungen für den Erwerb der Qualifikation zur fachgebundenen genetischen Beratung auf Basis der Vorgaben des Gendiagnostikgesetzes (GenDG) bzw. der Richtlinie der Gendiagnostikkommission (GEKO). Ärzte können noch bis zum 10. Juli diesen Jahres den vereinfachten Zugang zur Wissenskontrolle nutzen. Die Ärztekammer Berlin hat wiederholt auf die gesetzlich vorgegebenen Anforderungen an die Qualifikation zur genetischen Beratung nach dem Gendiagnostikgesetz (GenDG) hingewiesen.

Seit 1. Februar 2012 müssen Ärzte in Deutschland gemäß des zwei Jahre zuvor in Kraft getretenen GenDG eine besondere Qualifikation vorweisen, wenn sie Beratungen zu genetischen Untersuchungen anbieten bzw. durchführen. Die Anforderungen an die Qualifikation zur Beratung im Rahmen genetischer Untersuchungen regelt die am 11. Juli 2011 in Kraft getretene Richtlinie der GEKO am Robert Koch-Institut über die Anforderungen an die Qualifikation zur und die Inhalte der genetischen Beratung gemäß § 23 Abs. 2 Nr. 2a und § 23 Abs. 2 Nr. 3 GenDG. Die gesetzlich geforderte Qualifikation ist abhängig von der Fragestellung, ob eine diagnostische, prädiktive oder vorgeburtliche genetische Untersuchung durchgeführt wird sowie von der Fachgebietszugehörigkeit des beratenden Arztes.

Fachärzte für Humangenetik bzw. mit der Zusatzbezeichnung Medizinische Genetik verfügen durch den Abschluss ihrer Weiterbildung über die Qualifikation zur genetischen Beratung. Ärzte, die weder Facharzt für Humangenetik sind noch die Zusatzbezeichnung Medizinische Genetik besitzen, dürfen Beratungen zu den vorgenannten genetischen Untersuchungen demnach nur noch durchführen, wenn sie sich dafür besonders qualifiziert haben.

Für die Qualifikation zur fachgebundenen genetischen Beratung im Rahmen diagnostischer oder prädiktiver genetischer Untersuchungen ist nach Ablauf einer Übergangsfrist von fünf Jahren nach Inkrafttreten der GEKO-Richtlinie, das heißt ab dem 11. Juli 2016, der Nachweis einer eigenständigen Qualifizierungsmaßnahme mit einem 72-stündigen theoretischen sowie einem praktisch-kommunikativen Teil erforderlich. Für Beratungen im Rahmen einer vorgeburtlichen Risikoabklärung müssen Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe ab diesem Datum eine achtstündige theoretische Qualifizierungsmaßnahme sowie einen praktisch-kommunikativen Teil nachweisen.

Für die Übergangszeit vom 11. Juli 2011 bis zum 10. Juli 2016 kann der theoretische Teil durch eine bestandene „Wissenskontrolle“ ersetzt werden. Der praktisch-kommunikative Teil kann bei Nachweis des Erwerbs der Psychosomatischen Grundversorgung oder äquivalenter Weiterbildungs- oder Fortbildungsinhalte – auch nach Auslaufen der Übergangsfrist – entfallen.

Für die Überprüfung der Qualifikation zur genetischen Beratung bietet die Ärztekammer Berlin eine Wissensprüfung an, die bei erfolgreichem Bestehen den Ärzten die Durchführung von genetischen Beratungen erlaubt. Wichtig: Für Mitglieder der Ärztekammer Berlin sind die Wissenskontrollen in jedem Fall nur durch die Ärztekammer Berlin durchzuführen und abzunehmen! An den Wissenskontrollen der Ärztekammer Berlin können ausschließlich deren Kammerangehörige teilnehmen, bzw. der Nachweis einer bestandenen Wissenskontrolle wird ausschließlich den Mitgliedern der Ärztekammer Berlin ausgestellt.

Ärzte, die genetische Beratungen im Rahmen einer diagnostischen, prädiktiven oder vorgeburtlichen genetischen Untersuchung durchführen möchten und den direkten Zugang zur Wissenskontrolle bislang nicht genutzt haben, sollten sich noch vor Ablauf der Übergangsbestimmungen bei der Ärztekammer Berlin zur Wissenskontrolle anmelden und somit die Möglichkeiten des erleichterten Erwerbs der Qualifikation zur fachgebunden genetischen Beratung nutzen.

Umfassende Informationen zum Thema finden Sie hier. Zur Information über die Termine der Wissenskontrollen und zur Anmeldung wenden Sie sich bitte an Frau Zippel, Abteilung Fortbildung/Qualitätssicherung (E-Mail: s.zippel@aekb.de).

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