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Massive Kritik am Mammographie-Screening

(27.05.2014)  Der Schaden an gesunden Frauen durch Überdiagnosen und Übertherapien ist nicht länger hinnehmbar.

Massive Kritik am Mammographie-Screening

Mammographie-Screening-Programme sollen gestoppt werden, empfiehlt das Swiss Medical Board, ein Schweizer Expertengremium aus Medizin, Ethik, Recht und Ökonomie, in einer aktuellen Ausgabe des führenden Wissenschaftsjournals The New England Journal of Medicine. Eine überfällige Aufforderung sei dies, eine ernsthafte öffentliche Diskussion zu beginnen, so kommentieren Ingrid Mühlhauser und Gabriele Meyer vom Deutschen Netzwerk für evidenzbasierte Medizin e.V. (DNEbM). Zu beunruhigend seien die wissenschaftlichen Ergebnisse aus den letzten Jahren, die einen Nutzen des Mammographie-Screenings in Frage stellen und den bisher unterschätzten Schaden des Screenings deutlich machen. Auch der Hauptredner der gut besuchten Jahrestagung des DNEbM, Peter Gøtzsche, forderte in seinem Plenarvortrag "Why Mammography screening should be stopped" ein Ende des Mammographie-Screenings. Der Schaden an gesunden Frauen durch Überdiagnosen und Übertherapien sei nicht länger hinnehmbar. Vertreter der Medien und politischer Gremien waren bei der Tagung in Halle (Saale) präsent: "Aber richtiges Medienecho oder Reaktionen auf politischer Seite seien bisher ausgeblieben", konstatiert die DNEbM-Vorsitzende Gabriele Meyer.
Die Informationsprozesse im deutschen Screening-Programm seien nicht geeignet, den Frauen informierte Entscheidungen zu ermöglichen. Immer noch würden die rosa Schleifen die Meinungsbildung dominieren anstatt ausgewogene und verständliche Information, resümierte Gerd Gigerenzer, Leiter des Max-Planck Instituts für Bildungsforschung in Berlin, kürzlich im British Medical Journal. Er fordert daher Frauen und Frauenorganisationen auf, die rosa Schleifen zu zerreißen und stattdessen sich in Kampagnen für ehrliche Informationen zum Mammographie-Screening einzusetzen.

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