Unser Presseportal
Drucker

Neuregelungen zur Fortbildung im Krankenhaus

(03.04.2013)  ... des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)

Wir möchten darauf hinweisen, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Neufassung der für die stationär tätigen Fachärztinnen und Fachärzte, Psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -psychotherapeuten geltenden Regelungen zur Fortbildung im Krankenhaus (FKH-R) beschlossen hat, die am 1. Januar 2013 in Kraft getreten sind.

Der bisherige Normtext wurde auch auf der Grundlage von externen Hinweisen grundlegend überarbeitet, um Auslegung und Umsetzung der Regelungen zu vereinfachen. Neben der Konkretisierung von Textpassagen, insbesondere zum fortbildungsverpflichteten Personenkreis, wurde auch das Nachweisverfahren vereinfacht, indem die Vorgaben des G-BA mit den bereits bestehenden Regelungen zur Fortbildungspflicht harmonisiert wurden. Dabei handelt es sich zum einen um die Pflicht zur fachlichen Fortbildung der Vertragsärzte (§ 95d SGB V) und zum anderen um die berufsrechtlichen Regelungen, die in den länderspezifischen Berufs- und Fortbildungsordnungen der Kammern festgelegt sind.

Die neuen Regelungen präzisieren u.a., wie der fortbildungsverpflichtete Personenkreis definiert ist. Maßgeblich für die Fortbildungspflicht ist allein, ob die Person fachärztlich oder psychotherapeutisch mittelbar oder unmittelbar in der Patientenversorgung in einem nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäusern tätig ist. Insbesondere wenn die fachärztliche bzw. psychotherapeutische Qualifikation Grundlage für die arbeits- oder honorarvertragliche Beziehung oder die Berufungsgrundlage für beamtete Personen ist, kann dies laut den neuen Regelungen als Hinweis genutzt werden, dass die Person den FKH-R unterliegt, Allerdings ist nicht die vertragliche Ausgestaltung entscheidend, sondern die tatsächlich ausgeübte fachärztliche oder psychotherapeutische Tätigkeit. 

Die FKH-R adressieren grundsätzlich auch beratend bzw. konsiliarisch tätige Fachärztinnen und Fachärzte, Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -psychotherapeuten sowie Honorarärztinnen und Honorarärzte. Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurginnen und -Chirurgen unterfallen ebenfalls den Regelungen. Im Labor oder in der Pathologie tätige Personen sind als mittelbar in die Patientenversorgung einbezogen von der FKH-R ebenfalls erfasst.

Die Regelungen gelten nicht für ausschließlich administrativ und organisatorisch tätige Personen, die nicht unmittelbar oder mittelbar in die Diagnostik und Therapie der im Krankenhaus behandelten Patientinnen und Patienten eingebunden sind und nicht mit der Heilbehandlung und Bekämpfung von Krankheiten praktisch befasst sind. Auch ausschließlich betriebsärztlich tätige Fachärztinnen und Fachärzte unterfallen nicht dem Anwendungsbereich der FKH-R.

Eine Verlängerung der Nachweisfrist bei Unterbrechungen der Tätigkeit wird durch die neuen Regelungen nunmehr auf maximal zwei Jahre begrenzt. Zu den Ausnahmetatbeständen für eine Verlängerung der Nachweisfrist führen die Regelungen gängige Arbeitsunterbrechungen aufgrund von Arbeitsunfähigkeit, Mutterschutz, Elternzeit und Pflegezeiten an. Die Begrenzung auf zwei Jahre ist dem Ziel der Regelungen geschuldet, die fachärztliche und psychotherapeutische Qualifikation als eine Maßnahme der Qualitätssicherung permanent auf dem aktuellen Wissensstand zu halten. Eine längere fortbildungsfreie Zeit (wie nach den alten Regelungen grundsätzlich möglich), würde diesem Ziel nicht mehr gerecht werden.

Entfallen ist die Vorschrift, dass von den 250 Fortbildungspunkten mindestens 150 Punkte durch fachspezifische Fortbildung erworben sein müssen. Zudem muss ein entsprechender Nachweis nicht mehr wie bisher dem ärztlichen Direktor vorgelegt werden. Die Neuformulierung spricht lediglich davon, dass die fortbildungsverpflichtete Person sich überwiegend fachgebietsspezifisch bilden muss. Die Unterscheidung zwischen fachgebietsspezifischer und sonstiger Fortbildung trifft nach wie vor die fortbildungsverpflichtete Person selber. 

Die Ärztliche Leitung hat die Einhaltung der Fortbildungsverpflichtung zu überwachen und jährlich zu prüfen, ob ein entsprechendes Zertifikat vorliegt, das nicht älter als 5 Jahre ist. Entfallen sind damit die umfangreichen bürokratischen Beweispflichten der Krankenhausleitung; es bleibt aber bei der Veröffentlichung im strukturierten Qualitätsbericht der Krankenhäuser.

Die vollständigen Regelungen einschließlich der tragenden Gründe sind auf der Website des G-BA (www.g-ba.de) veröffentlicht.

RSS Newsfeed abonnieren  |  Was ist ein RSS Newsfeed?

BERLINER ÄRZTE - Mitgliederzeitschrift
LEITUNG STABSSTELLE

Loechel_web

Niels Löchel
Tel.: 030 40806-4101
E-Mail: n.loechel@aekb.de
PRESSESPRECHER

rudat

Sascha Rudat
Tel.: 030 40806-4100
E-Mail: s.rudat@aekb.de
PRESSEREFERENTIN

Braun_web

Michaela Braun
Tel.: 030 40806-4105
E-Mail: m.braun@aekb.de 
PRESSEREFERENTIN

Guillen

Xóchil Guillén-Sautter
Tel.: 030 40806-4104
E-Mail: x.guillen-sautter@aekb.de
ASSISTENTIN

Floerke

Laura Flörke
Tel.: 030 40806-4101

© 2019 Ärztekammer Berlin

 

Ärztekammer Berlin english_icon
Friedrichstr. 16 | 10969 Berlin
Telefon +49 30 / 40806-0 | Fax +49 30 / 40806-3499 | E-Mail kammer@aekb.de