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Brücken zwischen Forschung und Praxis

(03.04.2013)  Public Health-Kongress "Armut und Gesundheit"

Das TU-Audimax war brechend voll. Der jährliche Kongress "Armut und Gesundheit" - schon der 18. - hat sich mit über 2.000 Teilnehmern zum größten deutschen Public Health-Kongress entwickelt, hob Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) in seinem Grußwort hervor. Auch die Ärztekammer Berlin zählt von Anfang an zu den Kooperationspartnern der Veranstalter: der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung "Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V." und der TU mit ihrem "Zentrum Technik und Gesellschaft".

Das Treffen der Experten aus Praxis und Wissenschaft bleibt inhaltlich zwar seinem Titel stets treu, hat sein Themenspektrum aber mehr und mehr erweitert. Auch hinterfragen die Initiatoren und Teilnehmer das eigene tägliche Tun zunehmend selbstkritisch auf seine Wirksamkeit und diskutieren die Ansätze zu deren Steigerung; besonders durch Vernetzung der zahllosen Einzelprojekte zur Förderung der Gesundheit, vor allem der am meisten Gefährdeten, der sozial Benachteiligten. 

Es fiel jetzt auf, wie sehr man der kurativen Medizin nacheifert, indem man sich um qualitätsgesicherte, evidenzbasierte oder zumindest nachträglich evaluierte Maßnahmen zur Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung bemüht. "Brückenbauen zwischen Wissen und Handeln - Strategien der Gesundheitsförderung" war diesmal Kongressschwerpunkt. Der Brückenbau scheint bitter nötig - damit wissenschaftliche Erkenntnisse nicht weiterhin zwei Jahrzehnte brauchen, ehe sie in die Praxis umgesetzt werden, wie Elisabeth Pott bemerkte. 

In der von ihr geleiteten "Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung" versucht man, den professionell Gesundheitsfördernden ständig den neuesten Stand des Wissens zu vermitteln und die Evaluation ihrer Projekte auf den Weg zu bringen. Denn selbst diese Bewertung des Nutzens im Nachhinein fehlt noch vielfach. Zumindest beginnt man, besser zusammenzuarbeiten und voreinander zu lernen. Es gibt viele kommunale Netzwerke (in Berlin auf Bezirksebene, zum Beispiel das "Netzwerk Gesundes Neukölln") und überregionale gemeinsame Initiativen. 

Als Beispiel nannte Professorin Pott den Kooperationsverbund "gesundheitliche Chancengleichheit", von der Bundeszentrale 2003 gegründet. Zurzeit gehören dazu "58 Spitzenorganisationen aus dem Gesundheitswesen, der Kommunal- und Arbeitsverwaltung sowie der Wohlfahrt und Wissenschaft", berichtete sie. Deren Vorhaben und Programme für sozial Benachteiligte werden begutachtet, und bisher konnten 113 als "Gute Praxis der Gesundheitsförderung" bewertet werden, 60 davon für Kinder und Jugendliche. 

Was die Wissenschaft betrifft, so sollte sie "das erforschen, was für die Praxis wichtig ist", forderte Elisabeth Pott; und nicht sie allein. Ansgar Gerhardus, Erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Public Health, kritisierte in seinem viel applaudierten, weil zugleich tiefgründigen und witzsprühenden Eröffnungsvortrag, die Wahl von Forschungsgegenständen. Hierfür sei leider selten der Bedarf entscheidend, sondern sehr oft die Interessenlage der Forscher und ihre Geldgeber. Um die Glaubwürdigkeit von Studienergebnissen beurteilen zu können, müsse man "das Kleingedruckte" lesen: die Liste der Firmen und Organisationen, die den Forscher in Interessenkonflikte bringen, sei manchmal fast so lang wie sein Fachbeitrag selbst.   

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