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Grußwort des ÄKB-Präsidenten Dr. med. Günther Jonitz zur Veranstaltung "Medizinqualität statt e-Card-Bürokratie"

(29.05.2012)  - Veranstaltung vom 18.04.2012 in Berlin -

Mittwoch, 18.04.2012 in Berlin

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

sehr geehrte Damen und Herren, das politische Projekt "elektronische Gesundheitskarte" ist gescheitert. Der gigantomanische Anspruch, durch eine flächendeckende Elektronifizierung der Patientenversorgung sowohl transparente Patienten als auch transparente Ärzte herzustellen, widerspricht elementaren Grundwerten der Patientenversorgung. Die Vertraulichkeit der Patientenbeziehung ist genauso durch dieses politische Projekt bedroht wie die ärztliche Therapiefreiheit. Der derzeitige Nutzen liegt bei einigen Wenigen, beispielsweise einer kontrollwütigen Politik und einer nach neuen Märkten suchenden Industrie. Den Schaden und die Risiken sowie der Aufwand bleibt bei uns Ärztinnen und Ärzten. 

Niemand wird sich den neuen elektronischen Möglichkeiten der Information, Datenverarbeitung und Kommunikation verweigern. Eine elektronische Patientenakte in der Hand des Arztes, in dem die Patientendaten systematisch dokumentiert und für Fragen der Optimierung der Behandlung ebenso abrufbar sind wie für Qualitätssicherung und ggf. Abrechnung, sollte im 3. Jahrtausend selbstverständlich sein. Die Datenspeicherung und -verarbeitung vor Ort ist eine der Grundlagen für eine hohe Datensicherheit. Eine solche auf ärztlichen Werten und Inhalten orientierte Speicherung und Verarbeitung von Patientendaten ist sinnvoll und hilfreich. Sie kann - richtig angewandt - auch dazu beitragen, dass nicht nur die Behandlung im Einzelfall, sondern auch die Behandlung von ganzen Patientengruppen durch den systematischen Austausch von Erfahrungen verbessert wird.

Die Ärztekammer Berlin hat sich wiederholt gegen das politische Projekt der elektronischen Gesundheitskarte ausgesprochen und auf die kritische Haltung der Bundesärztekammer an mehreren Stellen aktiv Einfluss genommen. Wir werden uns auch weiterhin gegen jede politische Bevormundung, sei es auf direktem oder elektronischen Wege, wehren. Die Einführung moderner Informations- und Kommunikationshilfen kann nur gelingen, wenn dadurch konkret Probleme der Patientenversorgung vor Ort gelöst und die Arbeit von Ärztinnen und Ärzten erleichtert wird. Solange dies nicht gewährleistet ist, müssen wir uns wehren.

Ich wünsche Ihrer Veranstaltung - auch im Namen des Vorstandes der Ärztekammer Berlin - gutes Gelingen!

Mit herzlichen kollegialen Grüßen
Dr. med. Günther Jonitz


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