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Finanzmarktkrise: Versorgungswerk bietet stabile Versorgung auf hohem Niveau

(29.08.2011)  Berliner Ärzteversorgung

Aufgrund der heftigen Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten hat die Berliner Ärzteversorgung einige Anfragen von ihren Mitgliedern erhalten. Dabei wurde unter anderem danach gefragt, wie die Vermögensstruktur aussieht, wie viele Anleihen aus welchen Ländern sich im Anlage-Portfolio befinden, wie die Ärzteversorgung bei einem Zahlungsausfall von Schuldnern reagiert und ob dies zu einer Kürzung bei den laufenden Renten bzw. bei den Anwartschaften führt. Um die Antworten auf diese verständlichen Fragen allen Mitgliedern des Versorgungswerkes zugänglich zu machen, erhalten Sie nachfolgend ausführliche Informationen.

1.  Anlagestruktur und Zahlungsausfall von PIIGS-Staaten

Die Berliner Ärzteversorgung ist eine Einrichtung der Ärztekammer Berlin, Körperschaft des öffentlichen Rechts, und unterliegt in Berlin im Gegensatz zu einigen anderen Bundesländern neben der Rechts- auch einer Versicherungsaufsicht. 

Bzgl. der Kapitalanlage sind nach den Vorschriften des Berliner Kammergesetzes und der Satzung des Versorgungswerkes die Bestimmungen des § 54 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) in Verbindung mit der Anlageverordnung einzuhalten. Danach hat die Vermögensanlage eine möglichst große Sicherheit und Rentabilität bei gleichzeitiger Liquidität unter Wahrung angemessener Mischung und Streuung sicherzustellen. Damit hat das Versorgungswerk die gleichen strengen Bestimmungen einzuhalten, wie sie für private Versicherungsunternehmen gelten.

Unter Einhaltung dieser Grundsätze sieht die Anlagestruktur zum 30.06.2011 bei einem Kapitalanlagevolumen von Mio. 5.928,7 EUR wie folgt aus: 
 

Direktbestand

Marktwerte in Mio. EUR

Direktbestand Renten

2.706,9

Sonstige (Liquidität, Hypotheken etc.)

115,9

Indirekter Bestand

 

Aktienfonds

522,8

Rentenfonds

1.337,1

Immobilien

492,4

Alternative Investments

679,2

Sonstige (z.B. Liquidität)

74,4

Summe

5.928,7

 

Die Staatsanleihen der sogenannten PIIGS-Staaten sind nur in sehr geringem Umfang in den Positionen "Direktbestand Renten" bzw. "Rentenfonds" wie folgt enthalten: 

  • Griechenland-Anleihen gehören nicht zum Bestand der Rentenfonds und im Direktbestand Renten sind lediglich zwei Anleihen enthalten. Nach derzeitigem Stand belaufen sich die Wertminderungen auf 0,14 % des Gesamtvermögens und sind damit zu vernachlässigen.
     
  • Selbst wenn die Wertminderungen aller Staatsanleihen aller PIIGS-Staaten zusammen betrachtet werden, belaufen sich die Wertminderungen auf unter 1,0 % des Gesamtvermögens, d.h. selbst dieser unwahrscheinliche Fall würde für das Versorgungswerk zu kompensieren sein.
     
  • Die Gründe für die überschaubaren Auswirkungen liegen darin, dass das Versorgungswerk im Interesse der Mitglieder entsprechend den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorgaben sowie interner Kapitalanlagerichtlinien anlegt:
     
  •  Insbesondere kommt dem vom Gesetzgeber in § 54 Abs. 1 VAG bewusst an erster Stelle genannten Gebot der möglichst großen Sicherheit der Vermögensanlage höchste Priorität zu. Dies gilt für jede einzelne Anlage sowie für den gesamten Bestand, denn insbesondere die Sicherheit der Vermögensanlagen bestimmt die Qualität des Versicherungsschutzes und garantiert die Erfüllbarkeit der zugesagten Leistungen.
     
  • Den Kriterien der Mischung und Streuung der Vermögensanlagen wird insofern Rechnung getragen, dass keine einzelne Anlageart vorherrscht, um durch einen Risikoausgleich zwischen den verschiedenen Anlagen anlagetypische Risiken zu begrenzen. Darüber hinaus ist eine Konzentration auf einzelne Schuldner oder Branchen zu unterlassen und auf eine angemessene Risikodiversifizierung zu achten. D.h. je Assetklasse gibt es mehrere Mandate, die sich jeweils durch die verwaltenden Asset-Manager, deren Anlagestile und durch die Vermögensgegenstände unterscheiden.
     
  • Für den Fall, dass trotz der Diversifizierung in negativen Kapitalmarktphasen höhere Wertminderungen drohen, hat das Versorgungswerk durch ein sogenanntes Risiko-Overlay-Mandat dafür Sorge getragen, dass für die liquiden Assetklassen der indirekten Anlagen Absicherungen vorgenommen werden, damit unter Berücksichtigung der aufgebauten Reserven die negativen Auswirkungen auf die Bilanz begrenzt werden.
Im Ergebnis kann die Berliner Ärzteversorgung zwar keine Garantie dafür abgeben, dass jede einzelne Wertanlage vollständig werthaltig ist oder bleibt, aber auf Grund der hohen Diversifikation und der oben dargestellten Sicherungsmechanismen geht das Versorgungswerk davon aus, dass wie in den letzten fast 45 Jahren die in Aussicht gestellten Rentenleistungen der Anwärter und Rentner auch zukünftig erbracht werden können.

 
2.
      Freiwillige Beiträge

 Beim Thema Zahlung freiwilliger Beiträge über den Pflichtbeitrag möchten wir auf Folgendes hinweisen:  

Rechnungsgrundlagen

  • Das Versorgungswerk berücksichtigt bei der Berechnung Ihrer Anwartschaften weiterhin einen Rechnungszins von 4,0 %, d.h. auch ohne Dynamisierung vermehrt sich das Sparkapital der Mitglieder jährlich um 4,0 %. 
     
  • Dagegen senken die deutschen Lebensversicherer den Garantiezins zum 1.1.2012 von 2,25 % auf 1,75 %.
     
  • Einige Versorgungswerke haben den Rechnungszins ebenfalls gesenkt, in der Regel auf 3,5 %, im Extremfall auf 2,25 %, was ein deutlich niedrigeres Leistungsniveau als bei der Berliner Ärzteversorgung zur Folge hat. Diesbezüglich möchten wir darauf hinweisen, dass in den letzten fast 45 Jahren des Bestehens der Berliner Ärzteversorgung keine Rechnungszinsabsenkung erfolgt ist.
     
  • Auch wenn es in der Vergangenheit immer wieder Turbulenzen an den Kapitalmärkten und infolgedessen das eine oder andere nicht ganz so gute Jahr für das Versorgungswerk gab, so ist letztlich entscheidend, dass die Vermögensanlage im Sinne der Rentabilität einen nachhaltigen Ertrag erzielt. Insofern wurden beispielsweise auch die Krise 2002, die Finanzmarktkrise 2008 und die darauffolgenden volatilen Marktphasen erfolgreich und ohne negative Auswirkungen für die Mitglieder gemeistert. Daher ist eine Rechnungszinsabsenkung bei der Berliner Ärzteversorgung derzeit weder beabsichtigt noch erforderlich. Beispielsweise lag die Nettoverzinsung in den Jahren 2009 und 2010 bei 4,68 % bzw. 4,84 %.
     
  • Selbst wenn in einem Jahr der Rechnungszins von 4,0 % nicht erwirtschaftet werden sollte, stehen gewisse bilanzielle Reserven oder Kursreserven zur Kompensation zur Verfügung. Denn das Versorgungswerk hat in guten Kapitalmarktjahren in angemessenem Umfang Reserven gebildet, um kurzfristige Kapitalmarktschwankungen oder eine vorübergehende Niedrigzinsphase ausgleichen zu können.

Vergleich zur Rentenversicherung

  • Je nach Eintrittsalter und Altersrentenbeginn entsteht für den gleichen Rentenbeitrag wie zur GRV die nahezu doppelte Altersrentenhöhe bei der BÄV.
     
  • Im Gegensatz zur GRV ist das Hinterbliebenenabsicherungsniveau höher und es findet keine Anrechnung sonstiger Einkünfte statt.

Vergleich zu Lebensversicherungen

  • Auch wenn es sich in der Lebensversicherungswirtschaft um einen Garantiezins handelt, sieht § 89 VAG Möglichkeiten zur Leistungskürzung auch für Versicherungsnehmer vor.
     
  • Für eine "Bewertung" des Versorgungswerkes sind neben der Verzinsung auch deren Leistungen oder die Kosten von entscheidender Bedeutung.
     
  • Im Vergleich zu Lebensversicherungen arbeitet das Versorgungswerk z.B. mit deutlich niedrigeren Verwaltungskostensätzen (BÄV in 2010: 1,14%; Lebensversicherungen in 2010 im Durchschnitt: 2,4% zzgl. 5,1% Abschlusskosten des Neugeschäfts) und eine Lebensversicherung müsste insofern wesentlich höhere Renditen erwirtschaften als ein Versorgungswerk.
     
  • Das Versorgungswerk gewährt im Gegensatz zu den von Lebensversicherungsunternehmen angebotenen Rentenversicherungen neben der Altersrente noch weitere Leistungen, z.B. Schutz gegen Berufsunfähigkeit oder Hinterbliebenenversorgung.
     
  • Bei einem Versorgungswerk handelt es sich um ein geschlossenes System, d.h. es gibt z.B. keine außenstehenden Aktionäre, an die Gewinne abzuführen sind, sondern die eingezahlten Gelder kommen letztlich nur den Mitgliedern zu Gute.

Fazit

  • Insgesamt bleibt festzuhalten, dass u.a. die oben aufgeführten Grundsätze und ein verantwortungsvoller Umgang aller für das Versorgungswerk arbeitenden Personen (Gremien, Geschäftsführung, Mitarbeiter, Verwaltung) dazu geführt haben, dass in der Kapitalanlage auch "turbulente" Kapitalmarktsituationen erfolgreich gemeistert wurden. Das Versorgungswerk bietet eine stabile Grundversorgung auf hohem Niveau und ist insbesondere wegen des Sonderausgabenabzuges von Rentenbeiträgen auch für die freiwillige Höherversorgung ein attraktives Versorgungssystem.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Dr. med. Elmar Wille
Vorsitzender des Verwaltungsausschusses der Berliner Ärzteversorgung
Vizepräsident der Ärztekammer Berlin

Wolfgang Tabeling
Geschäftsführer
VGV Verwaltungsgesellschaft für Versorgungswerke mbH

 

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