Unser Presseportal
Drucker

Selbstständige in der GKV haben wieder Anspruch auf Krankengeld

(06.07.2009)  Gesetzesnovelle tritt am 1. August 2009 in Kraft

Gesetzlich versicherte Selbstständige  haben ab 1. August 2009 wieder Anspruch auf Krankengeld ab der siebten Krankheitswoche. Allerdings müssen sie dafür den normalen Kassenbeitrag von derzeit 14,9 % zahlen. Eine entsprechende Änderung des SGB V wurde auf die neueste AMG-Novelle aufgesattelt und passierte am 18. Juni 2009 den Deutschen Bundestag.

Selbstständige sowie Arbeitnehmer mit Kurzzeitverträgen hatten mit der Einführung des Gesundheitsfonds zum 1. Januar 2009 ihren Anspruch auf Krankengeld verloren. Sie mussten die Leistung durch eine private Krankentagegeldversicherung oder einen sogenannten Wahltarif bei ihrer Gesetzlichen Krankenkasse abdecken. Ein teures Vergnügen.  Zwar wurde den Selbstständigen im Gegenzug ein ermäßigter Beitragssatz von 14,3 % eingeräumt. Aber vor allem für ältere Selbstständige oder solche mit Vorerkrankungen war der zusätzliche Versicherungsschutz teuer.

Nach Protesten der Betroffenen hat der Gesetzgeber in dieser Frage nachgebessert. Im Omnibus-Gesetzgebungsverfahren der 15. AMG-Novelle wurde § 44 Abs. 2 SGB V entsprechend korrigiert. Selbstständige, die freiwillig in der GKV versichert sind, haben beim Krankengeld künftig eine Wahloption. Sie können sich neben den derzeit bestehenden Wahltarifen nun auch wieder für ein gesetzliches Krankengeld als Regelleistung entscheiden. Geben sie gegenüber ihrer Kasse eine entsprechende Wahlerklärung ab, haben sie einen Krankengeldanspruch ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit, müssen dann aber den neu festgelegten allgemeinen Beitragssatz von 14,9 % bezahlen. Die zur Abdeckung der Versicherungslücke bei den Selbstständigen zunächst angebotenen Wahltarifverträge in der GKV enden nach dem Willen des Gesetzgebers einheitlich  zum 31.7.2009.

Wer zur Abdeckung der bisherigen Versicherungslücke eine private Tagegeldversicherung abgeschlossen hat und diese aus Anlass der gesetzlichen Neuregelungen nun wieder aufgeben möchte, muss die gesetzlichen Kündigungsfristen einhalten. Nur einige Unternehmen der PKV haben angekündigt, über verkürzte Kündigungsfristen aus Kulanz nachzudenken. Versicherte müssen dies im Einzelfall selbst abfragen; der Branchenverband hatte hierüber keine verbindlichen Informationen. Für freiwillig in der GKV versicherte Selbstständige bestehen zur Abdeckung ihres Krankheitsrisikos nun folgende Optionen:

  • Verzicht auf Krankengeld, dafür ermäßigter Beitragssatz von 14,3  %,
  • Krankengeld ab der 7. Woche zum gesetzlichen Beitragssatz von 14, 9 %,
  • Krankengeld ab einem anderen  Zeitpunkt durch Absicherung in einem Wahltarif ab 1.8.2009 (die neuen Verträge dürfen im Gegensatz zu früher keine Alterstaffelungen mehr enthalten),
  •  Verzicht auf Krankengeld, dafür ermäßigter Beitragssatz und parallel Abschluss einer privaten Krankentagegeldversicherung.

 

RSS Newsfeed abonnieren  |  Was ist ein RSS Newsfeed?

BERLINER ÄRZTE - Mitgliederzeitschrift
LEITERIN STABSSTELLE

barth

Sonja Barth
ASSISTENTIN

Floerke

Laura Flörke
Tel.: 030 40806-4101
PRESSESPRECHER

rudat

Sascha Rudat
Tel.: 030 40806-4100
E-Mail: s.rudat@aekb.de
PRESSEREFERENTIN

Braun_web

Michaela Braun
Tel.: 030 40806-4105
E-Mail: m.braun@aekb.de 
PRESSEREFERENTIN

Guillen

Xóchil Guillén-Sautter
Tel.: 030 40806-4104
E-Mail: x.guillen-sautter@aekb.de

© 2018 Ärztekammer Berlin

 

Ärztekammer Berlin english_icon
Friedrichstr. 16 | 10969 Berlin
Telefon +49 30 / 40806-0 | Fax +49 30 / 40806-3499 | E-Mail kammer@aekb.de