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50 Jahre Ärztekammer Berlin - Tradition und Verantwortung

Anlässlich des sich zum 50. Mal wiederholenden Jahrestages der ersten konstituierenden Sitzung der Delegiertenversammlung am 07.02.1963 steht die Ärztekammer Berlin in diesem Jahr ganz im Zeichen ihres runden Geburtstages und feiert 50 Jahre Historie und ärztliche Selbstverwaltung in Berlin. Zum Jubiläum gratuliert der Senator für Gesundheit in Berlin, Mario Czaja. Die Präsidenten und die Geschäftsführung der Ärztekammer Berlin geben mit ihrem Grußwort einen kleinen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen und Meilensteine der Ärztekammer Berlin in dieser Zeit. Näheres erfahren Sie in der Jubiläumsausgabe der Kammerzeitschrift BERLINER ÄRZTE, die im Februar 2013 erschienen ist.

Der erste Standort der Ärztekammer Berlin von 1962 bis 1983 war in der Bismarckstraße 95-96 in Berlin Charlottenburg.
Der erste Standort der Ärztekammer Berlin von 1962 bis 1983 war in der
Bismarckstraße 95-96 in Berlin Charlottenburg.

 

Neubau der Ärztekammer Berlin 2001-2003 auf dem Grundstück Friedrichstraße 16, Ecke E.T.A.-Hoffmann-Promenade, in der südlichen Friedrichstradt.
Neubau der Ärztekammer Berlin 2001-2003 auf dem Grundstück  Friedrichstraße 16,
Ecke E.T.A.-Hoffmann-Promenade,
 in der südlichen Friedrichstraße.

 

"Ich gratuliere der Ärztekammer Berlin zu ihrem 50-jährigen Bestehen und damit zu fünf Jahrzehnten erfolgreicher Selbstverwaltung. Die Ärztekammer Berlin zeichnet sich durch ihren lösungsorientierten und offenen Ansatz aus, immer das Allgemeinwohl im Blick. Dies ist die Grundlage für eine konstruktive Zusammenarbeit mit meiner Senatsverwaltung, die ich sehr schätze. Denn nur gemeinsam gelingt es, das Berliner Gesundheitswesen zukunftsträchtig zu gestalten und die medizinische Versorgung der Bevölkerung weiter zu verbessern."

Mario Czaja
Senator für Gesundheit und Soziales Berlin

 

50 Jahre im Dienst von Arzt und Patient

Foto: Kathleen Friedrich... bei solch einem runden Jubiläum ist ein Rückblick auf die eigene Geschichte erlaubt und notwendig, denn nur wenn man weiß, woher man kommt, kann man bestimmen, wohin man will. Allzu leicht wird bei einem Blick zurück die Vergangenheit verklärt. Aber früher war nicht alles besser, doch auf jeden Fall vieles anders. Als die Ärztekammer Berlin am 7. Februar 1963 offiziell ihre Arbeit aufnahm, war sie die jüngste Landesärztekammer der Bundesrepublik Deutschland. Vorausgegangen war ein mehrjähriges Ringen um ihre Errichtung. Und auch die ersten Jahre waren nicht einfach, die Anfänge bescheiden. 14 hauptamtliche Mitarbeiter kümmerten sich zunächst um 5.100 Kammermitglieder. Kaum jemand hätte sich damals vorstellen können, dass die Kammer 50 Jahre später 28.000 Ärztinnen und Ärzte in ganz Berlin vertreten wird.

Aber nicht nur ihre späte Gründung machte die Besonderheit der Ärztekammer Berlin aus. Sie wurde mitten in eine Zeit hineingeboren, in der sich zwei politische Systeme scheinbar unüberwindlich gegenüber standen. Nirgendwo war der Ost-West-Konflikt allgegenwärtiger als in Berlin - hier, wo sich der Schrecken des Kalten Krieges fokussierte. Gleichzeitig war Berlin der Ort, an dem eben jene Mauer 28 Jahre nach ihrer Errichtung zuerst fiel und das Ende der Teilung Deutschlands seinen Anfang nahm. Der Mauerfall stellte auch die Ärztekammer Berlin - bis dahin eine West-Berliner Kammer - vor völlig neue Herausforderungen. Ebenso groß waren die Herausforderungen für die Berliner Ärztinnen und Ärzte - insbesondere natürlich für die Ost-Berliner Kolleginnen und Kollegen, für die der Zusammenbruch der DDR soziale Unsicherheit und vage Zukunftsaussichten mit sich brachte. Doch überraschend schnell gelang es, die Ärztekammer Berlin zu einer gemeinsamen Kammer für alle Ärztinnen und Ärzte der Stadt zu machen.   

Gleichzeitig mit der Wiedervereinigung bekam die Ärztekammer Berlin eine neue Rolle: Sie wurde die Kammer der deutschen Hauptstadt und rückte damit stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit. Dieser besonderen Rolle wurde die Kammer dadurch gerecht, dass sie immer wieder entscheidende gesundheitspolitische Impulse setzte. Dazu gehören die Auseinandersetzung mit der Rolle der Ärzteschaft im Nationalsozialismus ebenso wie die Thematisierung der Arbeitssituation junger Ärztinnen und Ärzte oder die Etablierung wegweisender Themen wie Evidenzbasierte Medizin und Patientensicherheit. Die Vertreterinnen und Vertreter der Kammer traten immer wieder für ihre innere Überzeugung ein. Als Beispiel sei hier nur die Wiedereinführung des Facharztes für Allgemeinmedizin genannt, der heute wieder flächendeckend Standard ist. Berlin wurde nicht nur hier Vorreiter.

Ärztliche Selbstverwaltung bedeutet, dass der Staat hoheitliche Aufgaben in die Hände derjenigen legt, die durch ihre fachliche Kompetenz am besten in der Lage sind, die Probleme des Gesundheitswesens zu lösen. Aus der Überzeugung der Ärztekammer Berlin sind dies die Ärztinnen und Ärzte selbst, die jeden Tag vor Ort in Klinik und Praxis die Versorgung der Patienten sichern. Der übertragenen Verantwortung gerecht zu werden, gelingt aber nur, wenn man immer wieder versucht, mit allen Beteiligten im ständigen Dialog zu stehen. Der permanente Austausch bildet auch seit 50 Jahren die Grundlage für Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kammer. Unser besonderer Dank gilt deshalb abschließend allen, die sich seit 1963 unermüdlich in den Dienst der Kammer gestellt haben.

 

Dr. med. Günther Jonitz                                                            Dr. med. Elmar Wille
Präsident der Ärztekammer Berlin                                          Vizepräsident der Ärztekammer Berlin
 

 

Einen erfolgreichen Weg gemeinsam fortsetzen 

Foto: Kathleen FriedrichEs ist mir eine Freude und Ehre, die Festschrift anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Ärztekammer Berlin mit einem kleinen Schlusswort und zugleich Ausblick beenden zu können. Auf den vorangegangenen Seiten konnten Sie sicherlich nicht abschließend, so doch aber sehr eindrucksvoll die Entwicklung der Ärztekammer Berlin seit ihrer Gründung im Jahr 1963 anhand der zahlreichen Beiträge und persönlichen Kommentare gut nachvollziehen. Was immer wieder deutlich wurde, ist die Tatsache, dass das Fundament der Arbeit aller Mitstreiter der Ärztekammer Berlin eine lebendige, an den Interessen der Ärzteschaft, aber auch des Gemeinwohls orientierte ärztliche Selbstverwaltung ist. Diese Grundausrichtung hat in den vergangenen 50 Jahren dazu geführt, dass die Ärztekammer Berlin die zentrale Einrichtung und zugleich Konstante in der Vertretung ärztlicher Interessen im Land Berlin geworden ist. Die gute und in allen Phasen vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den ehrenamtlich tätigen Ärztinnen und Ärzten einerseits und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Hauptamt andererseits, hat es möglich gemacht, die Aufgaben, die sich in den vergangenen 50 Jahren im steten Wandel befanden, erfolgreich zu bewältigen. Dass sich die Ärztekammer Berlin heute mehr denn je als serviceorientierter Dienstleister für die Interessen ihrer Kammermitglieder versteht, verdankt sie auch diesem hohen Maß an gemeinsamer vertrauensvoller Zusammenarbeit von Ehren- und Hauptamt. Heute spiegelt die innere Organisationsstruktur der Ärztekammer Berlin die zentralen Themenfelder ärztlicher Selbstverwaltung wie Weiterbildung, Fortbildung, Berufsrecht, aber auch Beitrags- und Meldewesen wider. Die hierzu bestehenden Abteilungen im Hauptamt sind das notwendige und zugleich passende Gegenstück zu den nach dem Kammergesetz und der Satzung der Ärztekammer Berlin bestehenden ehrenamtlichen Gremien. Es sind also zwei Seiten der Medaille Ärztekammer Berlin, die sich gegenseitig stützen und tragen. Herausragende Beispiele der jüngeren Vergangenheit für  dieses Miteinander sind die Überarbeitung und Neufassung der Weiterbildungsordnung in Folge der Beschlüsse des 113. Deutschen Ärztetages, die reibungslose Implementierung des Verfahrens zur Ausstellung der Fortbildungszertifikate für niedergelassene Ärzte und Krankenhausärzte sowie die Neufassung der Berufsordnung der Ärztekammer Berlin im vergangenen Jahr. Nicht unerwähnt soll an dieser Stelle bleiben, dass die Ausbildung Medizinischer Fachangestellter eine ebenso wichtige Aufgabe in der Vergangenheit darstellte und auch in der Zukunft darstellen wird. Gerade in diesem Bereich haben die ehrenamtlich tätigen Ärztinnen und Ärzte im engen Zusammenwirken mit dem Hauptamt eine Verstetigung und Professionalisierung auf höchstem Niveau erreicht. Um jedoch die Zukunft ebenso erfolgreich wie die Vergangenheit gestalten zu können, erfordert dies meines Erachtens, dass sich die ärztliche Selbstverwaltung selbstbewusst den politischen Entwicklungen auf Landes-, aber auch auf Bundesebene kritisch und zugleich konstruktiv stellt. In Zeiten sich immer schneller ändernder Rahmenbedingungen bedeutet dies, dass wir die Kernaufgaben und Kompetenzen einer Ärztekammer weiterhin in den Mittelpunkt stellen müssen, um uns nachhaltig zu positionieren. Daraus resultiert zugleich, dass sich sowohl das Ehrenamt wie auch die Verwaltung stets kritisch hinterfragen und neu ausrichten müssen. Eine besondere Rolle wird in diesem Zusammenhang auch die Novellierung des Kammergesetzes Berlin spielen. Für die Ärztekammer Berlin ist die Überarbeitung und Neufassung des Kammergesetzes ein zentrales Anliegen.

Ein modernes Kammergesetz, das die Erkenntnisse und Anpassungsnotwendigkeiten der Vergangenheit aufgreift, ist notwendiger denn je. Meine bislang gesammelten positiven Erfahrungen in der Ärztekammer Berlin geben mir die Zuversicht, dass die Herausforderungen der Zukunft im Interesse der Kammermitglieder der Ärztekammer Berlin auch in den vor uns liegenden Jahren gemeinsam bewältigt werden können. Mein Dank gilt all denjenigen, die sich in den Dienst der Kammer sowohl auf ehrenamtlicher wie auch auf hauptamtlicher Ebene gestellt haben. Uns allen wünsche ich für die Zukunft die Fortsetzung dieses für die Ärztekammer Berlin, aber vor allem für die Berliner Ärzteschaft so erfolgreichen gemeinsamen Weges der letzten 50 Jahre. 

Michael Hahn
Geschäftsführer der Ärztekammer Berlin
 

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