Die Ärztekammer Berlin stellt sich vor
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Delegierte bereiten außerordentlichen Deutschen Ärztetag auf

Bericht von der Delegiertenversammlung am 17. Februar 2016.

Auf der Tagesordnung der Februar-Sitzung der Delegiertenversammlung stand neben der Nachbereitung des außerordentlichen Deutschen Ärztetages und der Wahl der Delegierten bzw. deren Stellvertreter für den regulären Deutschen Ärztetag im Mai das Thema Weiterbildung. Dabei wurden Prüfer für die Weiterbildungsprüfungen und für die Fachsprachprüfungen nachgewählt. Außerdem berichtete der Ombudsmann für Weiterbildungsfragen kurz von seiner Tätigkeit.

Von Sascha Rudat

Bei der Nachbereitung des außerordentlichen Deutschen Ärztetages am 23.01.2016 zur GOÄ-Novelle (s. Titelthema Heft 3/2016) berichtete Vizepräsident Elmar Wille (Allianz Berliner Ärzte) von seinen Eindrücken: „Ich habe noch nie eine Rede gehalten, zu der ich so viele Rückmeldungen bekommen habe. Das Thema GOÄ wühlt eine Menge auf im Land.“ Gleichzeitig bemängelte Wille die Sitzungsleitung des außerordentlichen Deutschen Ärztetages. Dass der Präsident des Deutschen Ärztetages, Frank Ulrich Montgomery, auch noch eine Rede hielt, „fand ich nicht sehr fair.“ Zudem habe ihn die Redezeitbegrenzung für die Beiträge der Delegierten auf zwei Minuten sehr enttäuscht. Dennoch zeigte sich Wille zufrieden. „Ich glaube, es war gut, dass wir diesen Ärztetag durchgeführt haben“, fasste er zusammen. Die Problematik der Änderung der Bundesärzteordnung sei vielen erst dadurch bewusst geworden.

Dem stimmte Kammerpräsident Günther Jonitz (Marburger Bund) zu: „Bei diesem Thema braucht man eine Legitimation durch den Deutschen Ärztetag. Ich kann mit dem Ergebnis gut leben.“ Zugleich nannte Jonitz den außerordentlichen Deutschen Ärztetag einen „Tiefstand“.

Diesen Eindruck teilten andere Delegierte. So Matthias Lohaus (Allianz Berliner Ärzte): „Ich fand die Führung des Ärztetages in höchstem Maße subjektiv. Das war eine Farce.“

Julian Veelken (Fraktion Gesundheit) sagte: „Über die demokratischen Gepflogenheiten von Deutschen Ärztetagen kann man lange diskutieren. Überrascht sollten wir nicht sein. Das steht in einer bestimmten Tradition.“ Jetzt habe man die Situation, dass eine starke demokratische Legitimation für die GOÄ-Novelle in der geplanten Form bestehe.

Vorstandsmitglied Bernd Müller (Allianz Berliner Ärzte) zeigte sich von der Kürze des außerordentlichen Deutschen Ärztetages überrascht. „Das überschreitet die Grenze der Demokratie. Ich hoffe noch ein bisschen auf den Nachhall. Wir sollten weiter Kritik üben.“

Vorstandskollege Harald Mau (Allianz Berliner Ärzte) ergänzte: „Für mich war dieser Ärztetag der deprimierendste bisher. Die Verhandlungsführung war höchst manipulativ. Das war ein Possenspiel.“ Es sei aber vollkommen unangebracht, jetzt in einer Demutshaltung aufzutreten.

Ellis Huber (Fraktion Gesundheit) erklärte: „Ich habe 30 Jahre Erfahrung mit Deutschen Ärztetagen. Ich habe das nie mit Demokratie verwechselt. Das war schon immer eine Inszenierung.“ Er mache sich vor allem Sorgen um das öffentliche Ansehen der Ärzteschaft und die Diskussionskultur.

Herbert Menzel (Fraktion Gesundheit) sagte in Richtung Kammervorstand, dass in den vergangenen Jahren hätte auffallen müssen, in welche Richtung die Bundesärztekammer mit der GOÄ-Novelle gehe. „Wir stehen dumm da, weil nicht aufgepasst wurde.“

Vizepräsident Wille betonte, ihm wie auch anderen habe die Vorstellungskraft gefehlt, dass es zu solch tiefgreifenden Änderungen an der Bundesärzteordnung kommen soll. Es sei immer von der Änderung der Gebührenordnung die Rede gewesen. In dieser Hinsicht habe er sich wie auch die gesamte Ärzteschaft täuschen lassen.

Katharina Thiede (Fraktion Gesundheit) betonte, dass es jetzt gelte, auch bei anderen Themen wie bei der Novelle der Musterweiterbildungsordnung wachsamer zu sein.

Anja Dippmann (Marburger Bund) regte darüber hinaus an zu überlegen, eine Änderung der Geschäftsordnung des Deutschen Ärztetages anzustreben.

Weitere Informationen zum außerordentlichen Deutschen Ärztetag finden Sie unter:

www.aerztekammer-berlin.de/sonderaerztetag

Vor dem Deutschen Ärztetag

Da in diesem Jahr in besonderem Maße gilt, dass nach dem Ärztetag vor dem Ärztetag ist, stand auch die Wahl der Berliner Delegierten und ihrer Stellvertreter für den regulären 119. Deutschen Ärztetag vom 24. bis 29. Mai 2016 in Hamburg auf der Tagesordnung. Nachfolgende Liste wurde einstimmig gewählt.

Liste

Delegierter

Stellvertreter

 

1.) Allianz Berliner Ärzte

Dr. med. Roland Urban

Ralph Drochner

2.) Allianz Berliner Ärzte

Dr. med. Klaus-Peter Spies

Dr. med. Bernd Müller

3.) Allianz Berliner Ärzte

Dr. med. Matthias Lohaus

Dr. med. Regine Held

4.) Allianz Berliner Ärzte

Dr. med. Svea Keller

Dr. med. Hans-Detlef Dewitz

 

5.) Hartmannbund

Dr. med. Daniel Peukert

Miriam Vosloo

 

6.) Fraktion Gesundheit

Katharina Thiede

Dr. med. Herbert Menzel

7.) Fraktion Gesundheit

Julian Veelken

Dr. med. Charlotte Hillmann

8.) Fraktion Gesundheit

Dr. med. Ellis E. Huber

Dr. med. Wolfram Singendonk

9.) Fraktion Gesundheit

Caroline Meller

Dr. med. Stefan Hochfeld

 

10.) Hausärzte in Berlin

Doris Höpner

Bettina Linder

 

11.) Marburger Bund

PD Dr. med. Peter Bobbert

Kai Sostmann

12.) Marburger Bund

Dr. med. Werner Wyrwich

Dorothea Spring

13) Marburger Bund

Dr. med. Thomas Werner

Dr. med. Valerie Kirchberger

14.) Marburger Bund

Dr. med. Klaus Thierse

Dr. med. Matthias Albrecht

15.) Marburger Bund

Dr. med. Anja Dippmann

Dr. med. Raimund Ordyniak

Weiterbildung: Wenig Konflikte?

Unter dem Tagesordnungspunkt Weiterbildung wurden Prüfer für die Weiterbildungsprüfungen sowie für die Fachsprachprüfungen nachgewählt. Beide Anträge wurden einstimmig angenommen.

Im Anschluss erhielt Ombudsmann Johannes Bruns das Wort. Der Facharzt für Innere Medizin sowie Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie war von der Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin am 04.03.2015 als Vertrauensperson (Ombudsmann) in Weiterbildungsfragen der Ärztekammer Berlin gewählt worden. Bruns berichtete, dass im vergangenen Jahr nur wenige Anfragen bei ihm eingegangen seien. Diese habe er meist relativ kurzfristig telefonisch klären können. Herbert Menzel wunderte sich darüber, dass es nicht mehr unzufriedene Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung gebe, die sich an den Ombudsmann wenden. Julian Veelken äußerte die Vermutung, dass die Stelle des Ombudsmanns zu wenig bekannt sei. Seine Kontaktdaten finden Sie hier:

Kontakt zum Ombudsmann für Weiterbildungsfragen

Ärztinnen und Ärzte können sich unter folgenden Kontaktdaten an den Ombudsmann wenden:

E-Mail: ombudsmann@aekb.de

Tel.: 030/40806-1101 (Sekretariat Abteilung Weiterbildung/Ärztliche Berufsausübung)

Ärztekammer Berlin
Ombudsmann
Friedrichstr. 16
10969 Berlin

Der Ombudsmann behandelt sämtliche Anfragen vertraulich.

Die nächste Delegiertenversammlung findet am 6. April 2016 um 20.00 Uhr in der Ärztekammer Berlin, Friedrichstr. 16, 10969 Berlin statt. Die Sitzung ist kammeröffentlich.

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