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4. Nachtrag zur Weiterbildungsordnung beschlossen

Bericht von der Delegiertenversammlung am 5. Juli 2006

Im Mittelpunkt der Delegiertenversammlung am 5. Juli haben der 4. Nachtrag zur Neufassung der Weiterbildungsordnung sowie die Nachwahl eines Mitgliedes des Verwaltungsausschusses der Berliner Ärzteversorgung gestanden. Für Diskussionen sorgte daneben der Vortrag des Fachapothekers für Arzneimittelinformation, Andreas Heeke, zum Thema "Rationale Arzneimitteltherapie".

von Sascha Rudat

Einstimmig nahmen die Delegierten den 4. Nachtrag zur Neufassung der Weiterbildungsordnung (WbO) der Ärztekammer Berlin an. Dabei wurde beispielsweise die geforderte 36-monatige strukturierte Weiterbildung im Gebiet Allgemeinmedizin genauer definiert. Gleiches gilt für das Gebiet Innere Medizin mit Schwerpunkten. In der jetzigen WbO wurden die Voraussetzungen für eine strukturierte Weiterbildung nicht näher ausgestaltet. Damit wäre es in den Schwerpunktweiterbildungen möglich gewesen, die Gesamtweiterbildungszeit im angestrebten Schwerpunkt abzuleisten. Dadurch wäre jedoch das Ziel, nämlich eine breit gefächerte Weiterbildung, die nicht ausschließlich auf einen Schwerpunkt gerichtet ist, zu gewährleisten, nicht erreicht worden. Durch die Konkretisierungen der Zeiten ist gewährleistet, dass auch eine Weiterbildung außerhalb der angestrebten Schwerpunktweiterbildung abgeleistet wird. In den Gebieten Chirurgie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie sowie Psychiatrie und Psychotherapie wurden Übergangsbestimmungen aufgenommen oder neu gefasst. Gleiches gilt für die Zusatz-Weiterbildungen Palliativmedizin, Psychoanalyse sowie Physikalische Therapie und Balneologie. Die Genehmigung des 4. Nachtrages bei der Senatsverwaltung für Gesundheit steht noch aus.

Neues Mitglied im BÄV-Verwaltungsausschuss

Mit zwei Enthaltungen wurde die Allgemeinmedizinerin Johanna Winkler in den Verwaltungsausschuss der Berliner Ärzteversorgung (BÄV) gewählt. Sie war vom Marburger Bund als Nachfolgerin für Tanja Oppermann vorgeschlagen worden, da diese den Kammerbezirk verlassen hatte. Der BÄV-Verwaltungsausschuss besteht aus sechs Mitgliedern der Ärztekammer Berlin.

Rationale Arzneimitteltherapie 

Der Vorstand der Ärztekammer Berlin hatte den für die AOK Westfalen-Lippe tätigen Fachapotheker Andreas Heeke eingeladen, einen Vortrag zum Thema "Rationale Arzneimitteltherapie im Spannungsfeld von Preisgestaltung und Budgetverantwortung" zu halten. Ziel soll es sein, in Berlin eine möglichst rationale Arzneimitteltherapie zu gewährleisten und durch den Vortrag eine Diskussion unter den Berliner Ärzten anzuregen. Heeke hatte in Berlin das Pharm-Pro-Projekt der AOK und der Kassenärztlichen Vereinigung auf den Weg gebracht. Wie Heeke skizzierte, befinden sich die Ärzte bei der Arzneimittelverordnung in einem Spannungsfeld, das durch vier Punkte beeinflusst wird:

  • Unüberschaubare Zahl von Arzneimitteln
  • Stetiger Informationsfluss der Hersteller
  • Schneller Wechsel der Arzneimittel
  • Anspruchsdenken der Patienten

Nach Einschätzung Heekes nimmt die Erwartungshaltung der Patienten Einfluss auf das Praxisgeschehen, wird aber von den Ärzten überschätzt. Arzneimittelverordnung sei ein zentrales Element ärztlichen Handelns. 80 Prozent der Arztbesuche endeten mit Ausstellung eines Rezeptes. Dem komme eine hohe emotionale Bedeutung zu, betonte Heeke. Darüber hinaus erläuterte der Apotheker, dass zu viele und oft auch die falschen Medikamente verschrieben würden. Ein großes Problem seien die Scheininnovationen, die mit viel Marketingaufwand von den Pharma-Unternehmen auf den Markt gebracht würden. Heeke beklagte zudem, dass viele Arzneimittel ungenutzt auf dem Müll landeten. Um zu erkennen, welche neuen Medikamente für den Patienten Sinn machen, seien Leitlinien nötig, sagte der Apotheker und zweifelte zugleich an der Unabhängigkeit vieler Leitlinienautoren von der Industrie. Darauf erwiderte Kammerpräsident Dr. med. Günther Jonitz: "Es gibt klare Spielregeln, wie gute Leitlinien aussehen müssen." Daneben ging Heeke auf das Arzneimittelspargesetz (AVWG) ein, dessen Bonus-Regelung er für nicht Ziel führend hielt. Vizepräsident Dr. med. Elmar Wille betonte in diesem Zusammenhang: "Wenn ich Geld dafür bekomme, dass ich ein günstiges Medikament aufschreibe, ist das eine staatliche Form von Korruption. Der Arzt soll sich daran orientieren, was dem Patienten nützt und nicht ihm." Heeke unterstrich zusammenfassend, dass es vernünftig sei, auch von den Ärzten wirtschaftliches Handeln einzufordern. "Dazu muss eine herstellerunabhängige Arztberatung etabliert werden", fügte er hinzu.

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