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Die bisherigen Preisträger und deren Verdienste

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2017

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Antje Blankau

Eigentlich wollte die Hamburgerin Antje Blankau Krankenschwester werden. Davon konnte sie allerdings ihre Familie nicht überzeugen, sodass sie erst einige Jahre und vor allem über Umwege zum Medizinstudium kam. Ihre Assistentenzeit absolvierte Antje Blankau dann an der Frauenklinik der Freien Universität Berlin, wo sie bereits als Assistentensprecherin für ihre Mitassistenten einsetzte. Mit der Anerkennung des Facharztes für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Jahr 1992 kam Antje Blankau in den 90er Jahren zur Reproduktionsmedizin. Anfang 1997 eröffnete sie dann eine eigene Praxis und kümmerte sich mit viel Engagement und Verantwortungsbewusstsein um ihre Patientinnen, zum Teil auch im Privaten. Mit der Reproduktionsmedizin entwickelte sich bei ihr dann auch das Interesse für die Standespolitik, in die sie sich seit 1986 aktiv eingebracht hat.

Dabei war und ist es Antje Blankau wichtig, ihr Wissen an junge Ärztinnen und Ärzte weiterzugeben ohne dabei jemals „von oben herab“, sondern stets wertschätzend und immer auf Augenhöhe zu agieren. In Berlin gut ausgebildete Ärztinnen und Ärzte zu haben ist ihr eine Herzensangelegenheit. „Deine Liebe zu den Menschen, seien es zu Patienten, Kollegen oder Mitarbeiter der Kammer und anderer Organisationen, ist einmalig. Es gab und gibt auch niemanden, von dem ich wüsste, dass er beliebter wäre als Du“, so Präsident Dr. Günther Jonitz in seiner Laudatio. Es sei ihm eine große Freude, Antje Blankau genau für diese Haltung, für ihren unermüdlichen Einsatz als Prüferin in der Weiterbildung sowie für ihr rund 30-jähriges Engagement in den Gremien der Ärztekammer Berlin mit der Georg-Klemperer-Medaille ehren zu dürfen: „Deine integre und wertschätzende Haltung und Deine Leidenschaft für unseren ärztlichen Beruf sowie für Dein Fachgebiet machen Dich zu einem Vorbild für uns alle!“

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OMR Dr. med. Volker Schliack

Obermedizinalrat Dr. Volker Schliack wurde Juli 1921 in Berlin Schmargendorf geboren und kam durch seinen Onkel, einen niedergelassenen Internisten, zur Medizin. Als Mitglied einer Studentenkompanie verfolgte er während des 2. Weltkriegs so gut es ging sein Medizinstudium, das er 1948 in Greifswald mit dem Staatsexamen abschloss. Seine Assistentenzeit und seine Promotion absolvierte er bei Professor Gerhard Katsch, dem Gründer des weltweit ersten Diabetikerheims in Garz auf Rügen sowie des international renommierten Diabetes-Instituts in Karlsburg bei Greifswald. Schliacks Arbeit, mit der er im Jahr 1950 unter dem Titel „Zur Frage von Syntropien beim Diabetes mellitus nebst statistischen Angaben über unser Krankengut und die diabetische Bevölkerung unseres Einzugsgebietes“ promovierte, führte zu einem Paradigmenwechsel in der Diabetologie. Denn die Arbeit zeigte, dass es seinerzeit viel mehr unerkannte Diabetiker in der Bevölkerung gab, als angenommen und dass die klinische Diagnose viel zu spät gestellt wurde. Die Früherkennung des Diabetes und seiner Vorstadien wurde Schliacks Lebensthema, das er auch über die Landesgrenzen und später über die Grenzen des Kalten Krieges hinweg verfolgte.

Ende der 50er Jahre wurde Schliack zum Direktor der Zentralstelle für Diabetes und Stoffwechselkrankheiten berufen und reorganisierte in der Folge die ambulante und stationäre Diabetikerbetreuung in Ost-Berlin und der DDR. In den folgenden Jahren baute er sukzessive ein weltweit anerkanntes, häufig kopiertes und dennoch einmaliges Betreuungsnetz auf. Zudem leitete er in Personalunion als Chefarzt die Klinik für Diabetes und Stoffwechselkrankheiten in Berlin Kaulsdorf, in der er auch die weltweit erste teilstationäre Nachtklinik etablierte. Diese war eine Sensation und diente sowohl zur nächtlichen Diabeteseinstellung unter Alltagsbedingungen als auch zur Schulung und Stoffwechseloptimierung.

„Meine Damen und Herren, wenn wir uns ansehen, was Dr. Schliack ab den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf die Beine gestellt hat, dann müssen wir mit Recht feststellen, dass er seiner Zeit beim Thema Versorgungsforschung gut und gern um 50 Jahre voraus war“, konstatierte Präsident Dr. Günther Jonitz in seiner Laudatio. In diesem Betreuungssystem seien über drei Jahrzehnte alle Diabetiker in Ostdeutschland nach einheitlichen Kriterien für Diagnostik und Therapie betreut worden, sodass es keinen „schlechter“ behandelten Diabetiker in der DDR gab. Die Patienten wurden optimal und vor allem rechtzeitig behandelt. Dadurch gab es kaum noch Amputationen oder Erblindungen von Erkrankten und die Komplikationsrate ging unter seiner Anleitung deutlich zurück. „Dr. Volker Schliack – und das bringt es für mich auf den Punkt – hat sich nicht nur herausragend um die Krankheit seiner Patienten gekümmert, sondern vor allem um eine gute Versorgung für die erkrankten Menschen! Ich freue mich sehr, Ihnen Herr Dr. Schliack, im Namen des Vorstandes der Ärztekammer Berlin die Georg-Klemperer Medaille für Ihr Lebenswerk im Hinblick auf die Erforschung und Therapie von Diabetes sowie für die bahnbrechenden Ergebnisse, die Sie erzielt haben und die bis heute weltweit den Standard auf diesem Gebiet prägen, überreichen zu dürfen“, so Jonitz am Tag der Preisverleihung.

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Dr. med. Wolfram Singendonk

Dr. Wolfram Singendonk hat ab 1965/66 Medizin an der Freien Universität Berlin studiert und erhielt nach dem Staatsexamen sowie der Ableistung der Medizinalassistentenzeit 1973 seine Approbation. Nach seiner Facharztweiterbildung wurde ihm Ende 1979 Titel und Würde eines Doktors der Medizin verliehen und er erhielt die Anerkennung als Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin.

1983 eröffnete er zusammen mit einer Kollegin eine Gemeinschaftspraxis in Schöneberg, in der regelmäßig sowohl angehende Kinder- und Jugendärzte, als auch angehende Allgemeinmediziner zur Weiterbildung angestellt waren. Die Beschäftigung mit der Weiterbildungssituation hat ihn nach eigenen Angaben dazu gebracht, sich der FrAktion Gesundheit anzuschließen und sich zur Wahl für die Delegiertenversammlung der Ärztekammer zu stellen. Mit Erfolg! Dr. Wolfram Singendonk ist seit 1995 für die ärztliche Fort- und Weiterbildung und den ärztlichen Berufsstand in verschiedensten Gremien ehrenamtlich aktiv. Dabei ist es ihm wichtig, dass die Weiterbildung für den jeweiligen Arzt konstruktiv abläuft und dass die Ärztekammer Berlin genau darauf ein Auge hat. Wolfram Singendonk ist mit verantwortlich dafür, dass heute für eine Befugniserteilung entsprechende Curricula vorgelegt werden müssen und dass Befugnisse zum Teil auch beschränkt werden, damit die Assistenten nicht nur in einer Abteilung arbeiten, sondern das ganze Haus oder mehrere Praxen kennenlernen. Zudem hat sich Dr. Singendonk von Anfang an für Prüferschulungen stark gemacht und hat gemeinsam mit dem Hauptamt ein entsprechendes Konzept für diese entwickelt.

Ihm Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit war und ist er stets mit den hauptamtlichen Mitarbeitern der Ärztekammer Berlin in engem Kontakt. Er fühlt sich verantwortlich, wenn es darum geht, gemeinsam mit dem Hauptamt umzusetzen, was die Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin beschlossen hat. Dabei bedeutet der ehrenamtliche Auftrag für ihn vor allem, Verantwortung gegenüber dem Berufsstand und den nachfolgenden Generationen von Ärztinnen und Ärzten zu übernehmen und Letztere am eigenen Wissen teilhaben zu lassen. „Das haben Sie in den vergangenen Jahren besonders engagiert, zukunftsweisend, mit viel Fachwissen und Sachverstand sowie mit einer kräftigen Prise Humor getan“, so Vizepräsidentin Regine Held, bevor sie dem Preisträger die Georg-Klemperer-Medaille überreichte.

2016

Film Kammertag 2016
Impressionen von einer festlichen Jubiläumsfeier im Hause der Ärztekkamer Berlin

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Dr. med. Renate Schüssler

Dr. med. Renate Schüssler studierte Medizin in München. Nach dem Staatsexamen 1968 zog sie nach Berlin, um am Krankenhaus Moabit ihre Medizinalassistenzzeit zu absolvieren. 1976 schloss sie ihren Facharzt für Kinderheilkunde ab. Es folgten verschiedene Stationen, u.a. im Gesundheitsamt des Berliner Bezirks Wedding. Von 1981 bis 2008 führte sie mit einer Kollegin in Gemeinschaftspraxis eine Kinderarztpraxis in Berlin-Kreuzberg. Hier setzte sie sich intensiv mit den Lebensbedingungen ihrer vorwiegend aus nichtdeutscher Herkunft stammenden Patientinnen und Patienten und Arzthelferinnen auseinander. Das Miteinander der verschiedenen Kulturen ist prägend für ihre Praxis.

Renate Schüssler bleibt neugierig und engagiert sich weiter. Nach gelegentlichen Einsätzen in Entwicklungsländern interessieren sie vielerlei gemeinnützige Initiativen in Berlin. Sie förderte die Ausbildung von Stadtteilmüttern, arbeitete in Projekten von Gesundheit Berlin/Brandenburg und bei der Malteser Migranten Medizin sowie bei Babeluga e.V. mit. Es folgte 2012 ein größerer Einsatz für obdachlose Roma-Familien nach der Besetzung der Gerhardt-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg und regelmäßige Reisen nach Nordindien, wo sie ehrenamtliche Arbeit für ein Health Center leistet.

Im August 2015 engagiert sie sich als eine der ersten Helfer auf dem Gelände des LAGeSo für die Versorgung Geflüchteter. Im Auftrag der Bezirksämter Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg war sie ab Oktober 2015 in den Notunterkünften aktiv. Auf Bitte des Landesweiten Koordinierungsstabs Flüchtlingsmanagement (LKF) arbeitet Renate Schüssler seit Februar 2016 an einem Konzept für die medizinische Versorgung der Bewohner in den Notunterkünften unter 500 Bewohnern mit. Inzwischen ist sie als Ärztliche Lotsin im Auftrag der Senatsverwaltung für Gesundheit für die Qualität der medizinischen Versorgung in den Notunterkünften im Berliner Bezirk Friedrichshain/Kreuzberg verantwortlich.

2015

Film Kammertag 2015
Impressionen von einem festlichen und anregenden Nachmittag in illustrer Gesellschaft im Hause der Ärztekammer Berlin.

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Professorin Dr. med. Vittoria Braun

Professorin Vittoria Braun studierte Medizin in Jena, Leipzig und Berlin und habilitierte 1990. 1991 wurde sie Lehrbeauftragte der Charité und ließ sich gleichzeitig als Fachärztin für Allgemeinmedizin in Berlin-Köpenick nieder. 1998 etablierte Prof. Braun das Institut für Allgemeinmedizin an der Charité. Die Allgemeinmedizin wird damit erstmals Lehrfach an der Hochschule, als Direktorin leitete sie das Institut mit kurzer Unterbrechung zwischen 2001 und 2012. Finanziert mit BMBF-Fördergeldern brachte sie u.a. ein bundesweites Häusärztenetzwerk mit 140 Kollegen in Gang und evaluierte deren Diagnostik und Therapie, um die Ergebnisse an ihre Studenten weiterzureichen.

Ein weiteres ihrer Projekte betraf die Einrichtung einer Plattform, über die Ärzte in Weiterbildung mit erfahrenen Hausärzten über schwierige Patientenfälle kommunizieren können. Professor Harald Mau, Vorstandsmitglieder der Ärztekammer Berlin und ehem. Dekan der Charité, fasste in seiner Laudatio zusammen: „Mit Professorin Vittoria Braun wird eine Ärztin geehrt, die sich um die Entwicklung der Allgemeinmedizin bleibende Verdienste erworben hat. Ihrer Durchsetzungskraft und Beharrlichkeit ist es zu danken, dass an der Charité ein Lehrstuhl für Allgemeinmediziner eingerichtet wurde. Die Studierenden waren begeistert von ihrer engagierten und praxisnahen Lehre. Die wissenschaftliche Arbeit führte zu hohen Drittmitteleinnahmen und fand ihren Niederschlag in zahlreichen Publikationen.“

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Professor Dr. med. Volkmar Schneider

Der Rechtsmediziner Professor Volkmar Schneider begann 1967 seine Laufbahn in der Gerichtsmedizin in Berlin. Seit 1982/83 war er Direktor des Landesinstituts für gerichtliche und soziale Medizin und des Instituts für Rechtsmedizin der Freien Universität Berlin. Unter seiner Verantwortung standen auch das Institut der Rechtsmedizin der Humboldt-Universität und das Institut für Forensische Psychiatrie der Freien Universität Berlin. In seine Zeit fiel auch die Zusammenführung der Universitätsinstitute und die Einstandortlösung auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses Moabit.

Anfang 2007 wechselte er in den Ruhestand und veröffentlichte seitdem zahlreiche Publikationen über seine Erfahrungen als Gerichtsmediziner. Professor Schneider hat sich früh schon für die Zusammenarbeit und Integration mit osteuropäischen Kolleginnen und Kollegen stark gemacht. Für seine Verdienste um die Rechtsmedizin und sein großes Engagement wurden ihm zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen zuteil, darunter auch das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. In seiner Laudatio würdigte Dr. Jonitz vor allem seine „großartige ärztliche und menschliche Grundhaltung“. So beziehe er stets „aufrechte Positionen, wenn es um die Grundsätze und Werte der ärztlichen Berufsausübung“ ginge.

 

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Dr. med. Helmut Hoffmann

Dr. med. Helmut Hoffmann begann sein Medizinstudium erst 1974 an der FU Berlin, zuvor hatte er sich als Pfleger, Erzieher und Sozialarbeiter ausbilden lassen. Sein Medizinstudium schloss er 1984 in Wien ab, seine Approbation erlangte er 1986. Die folgenden 20 Jahre arbeitete er als Arzt und seit 1987 stellvertretender Leiter des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes in Berlin-Reinickendorf. 1993 erfolgte die Ernennung zum Obermedizinalrat, 2006 wurde er pensioniert.

Was Dr. Hoffmann 1996 mit dem ehrenamtlichen Projekt „Prävention auf neuen Wegen - Kunst und Medizin“ begründete, wurde zu einem vielbewunderten Engagement. Die Idee kam ihm im Rahmen seiner Tätigkeit als stellvertretender Leiter des Jugendgesundheitsdienstes in Berlin, als er feststellte, dass es notwendig sei, Kindern die Bedeutung eines aktiven Gesundheitsschutzes nahezubringen. Dr. Hoffmann schloss Kooperationen mit Schulen und entwickelte Projekte für die Fächer Biologie und Deutsch, die bis heute Bestand haben. So sind zahlreiche eindrucksvolle Bilder und Ausstellungen entstanden, die die Auseinandersetzung der Kinder und Jugendlichen mit ihrem Körper und ihrer Gesundheit verdeutlichen und das Thema Prävention für jeden verständlich machen. Seit 2002 zeigt die Ärztekammer Berlin regelmäßig Ausstellungen von Dr. Hoffmann in ihrem Foyer. „Sie haben Außerordentliches zur Steigerung des Bewusstseins für den aktiven Gesundheitsschutz geleistet“, bedankte sich Dr. Elmar Wille in seiner Laudatio beim Preisträger.

 
2014

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Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Roland Hetzer

Professor Roland Hetzer hat in den vergangenen Jahrzehnten das Deutsche Herzzentrum Berlin zu weltweitem Ansehen geführt und gilt als einer der herausragendsten Herzchirurgen und Meister seines Fachs über die Grenzen Berlins und Deutschlands hinweg. 1987, gerade einmal 39-jährig, implantierte er zum ersten Mal das sogenannte, von Prof. Bücherl ein Jahr zuvor entwickelte "Berliner (Kunst-)Herz" und rettete damit den Patienten über die Zeit bis zur geplanten Transplantation. Patienten aus aller Welt mit schweren Herz-, Lungen- und Gefäßkrankheiten werden seitdem hier behandelt und wissen sich in den besten Händen.
Doch nicht nur Forschung und Entwicklung und der klinische Alltag, sondern auch die Weitergabe und Vermittlung von Wissen sind für Professor Hetzer eine Herzensaufgabe. Seine bereits 1986 neu gegründete Akademie für Kardiotechnik bildete einen wesentlichen Grundstein. "Leidenschaft und Überzeugung – und Zugewandtheit für seine Patienten, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, wenngleich nicht ohne die notwendige Führung und Verpflichtung nachfolgender Generationen gegenüber zeichnen Sie im höchsten Maße aus", resümierte Kammerpräsident Dr. Jonitz.

 



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Prof. Dr. med. Michael Foerster

Der Augenarzt Professor Dr. med. Michael Foerster war bis 2010 zwanzig Jahre lang Direktor der Augenklinik des Klinikums Benjamin Franklin und engagierte sich darüber hinaus außerordentlich im Bereich der wissenschaftlichen Gesellschaften der Augenheilkunde, u.a. als Präsident der Deutschen Retinologischen Gesellschaft (bis 2004) und im Präsidium der ophtalmologischen Gesellschaft (bis 2005). Für seine Leistungen ist Professor Foerster im Jahr 2005 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Berühmtheit erlangte Professor Foerster 1998 nicht nur in Fachkreisen für seine Entwicklung der Protonentherapie bei Augentumoren, eine besondere Form der Strahlentherapie, die sich besonders exakt dosieren und fokussieren lässt. Die Methode, die 90 Prozent der Tumoren zerstört, ohne dabei die Augen gravierend zu schädigen und sogar die Sehkraft erhalten kann, etablierte sich. Ein durchschlagender Erfolg für die Augenmedizin. Die Berliner Augenklinik am Benjamin-Franklin-Klinikum wurde zu einem nationalen und internationalen Zentrum für okulare Tumoren. Höchstes wissenschaftliches Know-How versammelt sich hier und wird an die nächsten Generationen weitergegeben. "Dass die Zahl der Erblindungen auf lange Sicht eher sinken wird, ist auch ein Verdienst von Ihnen, lieber Herr Kollege. Mit Freude und Dankbarkeit erkennt die Ärztekammer Berlin Ihr Engagement und Ihre damit verbundenen, persönlichen Leistungen an", erklärte Dr. Elmar Wille, Vizepräsident der Ärztekammer Berlin und selber Augenarzt.

 

2013


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Dr. med. Gisela Albrecht

Die Dermatologin Dr. med. Gisela Albrecht ist langjährige Geschäftsführerin der Kaiserin-Friedrich-Stiftung in Berlin. Ihre Ausbildung zur Krankenschwester führte sie zum Studium der Medizin in Würzburg, Wien, Heidelberg und München. Nach ihrer Medizinalassistentenzeit begann sie 1974 ihre Weiterbildung in der Haut- und Poliklinik im damaligen Klinikum Steglitz der Freien Universität Berlin. Bereits fünf Jahre nach Beendigung ihres Studiums wurde sie zur Assistenzprofessorin an der Hautklinik ernannt und war bis 1984 dort als Oberärztin tätig. Anschließend wurde sie Chefärztin der Abteilung für Dermatologie im damals Städtischen Krankenhaus Spandau. Von 1992 an war Gisela Albrecht für viele Jahre Mitglied des Vorstandes der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und Generalsekretärin der Deutschen Dermatologischen Akademie.

Auch als zunächst stellvertretende ärztliche Leiterin des Klinikums Spandau und ab 2001 ärztliche Direktorin hat sie sich um die Vertretung ärztlicher Anliegen in hohem Maße verdient gemacht. Nachdem sie seit 1999 Mitglied im Kuratorium der Kaiserin-Friedrich-Stiftung war, übernahm sie 2009 als Geschäftsführerin die Leitung dieser Einrichtung. "Ihre Verdienste dort aufzuzählen, hieße den Rahmen der heutigen Veranstaltung zu sprengen. Besonders herausheben möchte ich ihr Engagement für die Betreuung der ausländischen Ärztinnen und Ärzte, unter anderem aus Europa, Asien und Afrika", sagte Laudator Dr. med. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin während der Preisverleihung.

 


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Prof. Dr. med. Erich Saling

Professor Dr. med. Erich Saling (li.) gilt als "Vater der Perinatalmedizin". Während seiner Facharztausbildung in den 50er Jahren im Krankenhaus am Mariendorfer Weg in Berlin erkannte er, wie sehr an diesem Fachgebiet die wissenschaftliche Entwicklung vorbeigegangen war und begann neue Wege für die Versorgung der kleinsten Patienten zu beschreiten. Dazu gehörte die bahnbrechende Entwicklung der Mikroblutuntersuchung beim Kind unter der Geburt. Für die Reanimation des Neugeborenen entwickelte er ein eigenes Beatmungsgerät. Systematisch und konsequent forschte er nach den Ursachen beobachteter Störungen während des Geburtsverlaufes, deren vorgeburtlicher Diagnosestellung sowie der möglichen Behandlungen. Es kam zu einem wissenschaftlichen Paradigmenwechsel: "Das Kind im Bereich der Geburtshilfe" wurde in das Zentrum des Interesses gerückt.

1976 wurde Erich Saling Leiter des Instituts für Perinatale Medizin der FU Berlin und Chefarzt am Krankenhaus Neukölln. 1987 erhielt er die Berufung zum C4-Professor der FU Berlin. Emeritiert wurde er 1991. Um weiterhin seine Fähigkeiten und Kenntnisse den Patienten zur Verfügung stellen zu können, gründete er 1993 das Erich Saling-Institut für Perinatale Medizin e.V. "Für seine einzigartigen Verdienste um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung von Berlin, der Schaffung grundlegender wissenschaftlicher Erkenntnisse für die von ihm mit aus der Taufe gehobenen Perinatalmedizin sowie für seine Verdienste um die unermüdliche Verbreitung dieser Erkenntnisse in der gesamten Ärzteschaft, erhält Professor Erich Saling die Georg-Klemperer-Medaille", erklärte Laudator Dr. med. Christian Handrock, Vorstandsmitglied der Ärztekammer Berlin.
 


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Dr. med. Friedrich Kruse

Der Augenarzt Dr. med. Friedrich Kruse hat sich in hohem Maße berufs- und gesundheitspolitisch engagiert. Er absolvierte sein Medizinstudium in Freiburg, München und Heidelberg und promovierte 1955. Nach Tätigkeiten unter anderen am Hygieneinstitut, am Tropeninstitut Hamburg und in den USA bildete er sich in der Augenklinik Heidelberg zum Facharzt für Augenheilkunde weiter. 1964 kam er dann nach Berlin-Schöneberg, um dort 34 Jahre als niedergelassener Augenarzt tätig zu sein. Schon früh engagierte er sich berufspolitisch. Er wurde erstmals 1974 zum Vorsitzenden der Augenärzte Berlins gewählt und dies regelmäßig alle vier Jahre wieder bis zu seinem Amtsverzicht 2008.

Sofort mit dem Mauerfall 1989 setzte Friedrich Kruse sich intensiv für die ostdeutschen Berufskolleginnen und -kollegen ein. Schnell baute er Kontakte auf, innerhalb von Wochen kam es zur Zusammenarbeit und Kooperation innerhalb der Augenärzteschaft. Die von ihm organisierten Fortbildungen und Zusammenkünfte in und um Berlin waren exzellent besucht. Mit Rat und Tat stand er unermüdlich zur Verfügung. Bei der letzten Tagung der Augenärzte der DDR, der augenärztlichen Gesellschaft am 11. September 1990 in Rostock-Warnemünde, wurde darum Friedrich Kruse die Helmholtz-Medaille verliehen. Das war die höchste Auszeichnung, die die Augenärzteschaft der DDR vergeben konnte. Dem voraus gegangen war am 17. Juni 1990 in Leipzig die Vereinigung der ost- und westdeutschen Berufsverbände der Augenärzte. "Friedrich Kruse ist ein Glücksfall nicht nur für die Augenärzte, sondern für alle Ärzte. Wir Berliner wissen das zu würdigen und ich freue mich, dass wir ihn heute mit der Georg-Klemperer-Ehrenmedaille auszeichnen dürfen", sagte Dr. med. Elmar Wille, Vizepräsident der Ärztekammer Berlin.
 

2012


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Dr. med. Rita Kielhorn-Haas 

Die niedergelassene Allgemeinmedizinerin Rita Kielhorn-Haas wurde 1933 im oberschlesischen Ratibor geboren. Nach dem Abitur in Neiße siedelte sie mit ihrer Familie nach Magdeburg um und ging von dort nach West-Berlin, um Medizin zu studieren. Dem Staatsexamen im Jahr 1961 folgte sechs Jahre später die eigene Praxis in Berlin-Kreuzberg, wo sie sich bis 2001 mit besonderem Engagement um Patienten mit Migrationshintergrund kümmerte, die bis zu 80% ihrer Praxisklientel ausmachten.

Mit Eintritt in den Berufsverband der Praktischen Ärzte und Ärzte für Allgemeinmedizin (BPA) 1976 begann ihre berufspolitische Karriere, während der sie bis 2007 fast ununterbrochen verschiedene Wahlfunktionen bekleidete. Sie war von 1986 bis 1998 Vorsitzende des BPA, zunächst nur für Berlin, nach dem Fall der Mauer des BPA Berlin-Brandenburg. Von 1987 bis 1991 war sie gleichzeitig 1. Stellvertreterin des BPA-Bundesvorsitzenden. Seit den 80er-Jahren engagierte sich Rita Kielhorn intensiv in der Ärztekammer Berlin und in der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin. Von 1981 bis 1988 war sie Vorstandsmitglied der KV Berlin und in zwei Amtsperioden - von 1989 bis 1993 sowie von 1997 bis 2001 - stellvertretende Vorsitzende. Anschließend war sie bis 2004 Beisitzerin im KV-Vorstand. Ebenso umfassend war auch ihre Arbeit in der Ärztekammer Berlin. So war sie beispielsweise von 1983 bis 2007 durchgängig Mitglied der Delegiertenversammlung der Kammer.

Seit 1998 ist Rita Kielhorn Ehrenvorsitzende des Berufsverbandes der Allgemeinärzte in Berlin und Brandenburg. Ihr besonderes Augenmerk lag und liegt immer noch auf der psychosomatischen Medizin. 1994 gründete sie zusammen mit der Ärztekammer Berlin und der Akademie für Integrierte Medizin das Institut für Psychosomatik und Psychotherapie des BPA Berlin-Brandenburg, dem sie bis heute vorsteht. Außerdem war sie zwischen 1994 und 1997 Vorsitzende der Deutschen Balintgesellschaft. Noch heute leitet sie Balintgruppen und behandelt Privatpatienten psychotherapeutisch. "Rita Kielhorn hat in den vielen Jahren ihrer umfangreichen berufspolitischen Arbeit immer eine integrative Rolle zwischen den Haus- und Fachärzten eingenommen", betonte der Vizepräsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Elmar Wille, in seiner Laudatio und fügte hinzu: "Darüber hinaus ist es ihr gelungen, in Berlin und bundesweit die Integration der Psychotherapie in die Allgemeinmedizin entscheidend voranzutreiben.“ Mit einem persönlichen Leitgedanken brachte Frau Dr. Kielhorn ihre Dankesrede zum Abschluss: "…achten Sie darauf, dass auch in Zukunft der Patient bei all den wirtschaftlichen Zwängen, der überbordenden Bürokratie, der oft übertriebenen zeitaufwendigen Dokumentation, der Budgetierung und Mengenbegrenzung nicht auf der Strecke bleibt. Der Patient muss im Zentrum unseres Handelns stehen.“
 


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Rolf Dieter Müller

Der gebürtige Westfale Rolf Dieter Müller hat einen langen Weg vom Auszubildenden als Sozialversicherungsfachangestellter im Alter von 14 Jahren bei der AOK Wuppertal bis zum Vorstand der AOK Berlin durchlaufen. 49 Berufsjahre hielt er der AOK die Treue. 1991 kam er als stellvertretender Geschäftsführer der AOK nach Berlin. Ihn erwartete dort nicht nur eine historisch gewachsene gesetzliche Krankenkasse, sondern alle Probleme, die es in Berlin in der Nachwendezeit gab. "Sein Arbeitsprinzip war dabei durchgängig und verlässlich: Gute Medizin sollte für die Menschen erreichbar und bezahlbar bleiben", erklärte der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Günther Jonitz, in seiner Laudatio.

Unter seiner Ägide als Vorstandsmitglied und Vorstandsvorsitzender der AOK-Berlin (seit 1998) wurde zum Beispiel die erste bundesweit getroffene Vereinbarung zur Verbesserung der Behandlung von Rheumapatienten – die Rheuma-Vereinbarung zwischen der KV Berlin und der AOK Berlin - realisiert, für die er mit der Silbernen Ehrennadel der Rheumaliga geehrt wurde. Darüber hinaus hat die AOK die erste flächendeckende Home-Care-Vereinbarung zur Versorgung von HIV-Patienten, aber auch zur Versorgung von Onkologiepatienten im Jahre 1993 geschlossen. Sie ist Vorbild als Versorgungsansatz für die Palliativversorgung bundesweit.

Für die Augenärzte und Augenpatienten ist wichtig, dass im Jahr 1998 in Berlin eine bundesweit einzigartige Regelung getroffen wurde, um Patienten mit Augentumoren eine Protonentherapie an der Universitätsklinik Charité zu ermöglichen. Diese Behandlungsmethode hatte Weltgeltung. Die ambulante Rehabilitation wurde durch eine Pilot-Vereinbarung unter Beteiligung des Arbeits- und Sozialministeriums 1996 für orthopädische, neurologische und Herzkreislauf-Erkrankungen geregelt und gilt als die erste deutschlandweite Regelung unter Beteiligung des Ministeriums.

Seit seinem Ausscheiden als Vorsitzender der AOK Berlin im Jahr 2007 kümmert er sich um die Belange des Gesundheitsstandortes Berlin, aber auch weit darüber hinaus. "Nimmt man die aktuelle Berichterstattung als Grundlage, so entsteht der Eindruck, dass es mit dem Miteinander von Krankenversicherung und ärztlicher Selbstverwaltung nicht immer zum Besten bestellt ist. Genau dies ist der Grund, warum wir Rolf Dieter Müller ehren. Unter seiner Führung war vieles anders und fast alles besser", ergänzte Kammerpräsident Jonitz. Worauf es Rolf Dieter Müller zeit seines Lebens ankam wurde in seiner Dankesrede deutlich: "Partnerschaft zwischen Ärzten und Krankenkassen ist eine notwendige Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Wirken. Ich bin froh und glücklich, dass ich in der Berliner Ärzteschaft regelmäßig aufgeschlossene, verlässliche Gesprächspartner gefunden habe, die es ermöglichten gemeinsam neue Wege zu gehen."
 


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Dr. med. Ulrich Fegeler

Der Kinder- und Jugendarzt Dr. med. Ulrich Fegeler wurde 1948 in Gelsenkirchen geboren. 1974 legte er sein Staatsexamen in Bonn ab. Es folgten 1979 die Promotion und 1982 der Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Anschließend war er bis 1989 als Oberarzt am Hedwig-von-Rittberg-Kinderzentrum der DRK Kliniken Berlin tätig. Danach folgte die Niederlassung in einer kinder- und jugendärztlichen Gemeinschaftspraxis, später Praxisgemeinschaft in Berlin-Spandau.

Ulrich Fegeler engagiert sich seit vielen Jahren intensiv in der Kinder- und Jugendmedizin. Dabei geht sein Engagement weit über die Verbesserung der medizinischen Versorgung hinaus. Zwischen 1999 und 2009 war Fegeler stellvertretender Landesvorsitzender des Berliner Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Seit 2007 ist er Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Sein Themenschwerpunkt ist dabei "Vergessene Kinder", das heißt die sozialen Folgen frühkindlicher soziogener Entwicklungsdefizite. 2011 gründete er deshalb die Initiative "Kein Kind vergessen - nachhaltige Entwicklungsförderung jetzt", in der sich Pädiater, Kriminalpsychologen, Sozialwissenschaftler, Pädagogen, Politiker, Juristen und Journalisten engagieren. Er ist darüber hinaus Gründungmitglied und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für ambulante allgemeine Pädiatrie (DGAAP).

Ulrich Fegelers Engagement endet aber nicht bei der Kinder- und Jugendmedizin. So gehörte er 1979 zu den Gründungsmitgliedern der Berliner Ärzteinitiative gegen Atomenergie. 1981 war er Gründungsmitglied der Deutschen Sektion der IPPNW, in dessen Vorstand er sich über viele Jahre engagierte.

Sein Laudator, das Kammervorstandsmitglied Professor Dr. med. Harald Mau, lobte Fegelers unermüdlichen Einsatz für eine hochwertige, humane Patientenversorgung - insbesondere seine Hinwendung zu den "vergessenen Kindern" und die Förderung der geistigen und seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Das Aufzeigen und Anprangern sozialer Missstände, in denen Kinder in diesem Land leben müssen, von Betreuungs- und Erziehungsnotständen bis hin zur "schleichenden Bildungsverelendung" sei für Ulrich Fegeler eine Lebensaufgabe und zeuge von seiner „hohen Verantwortung für die Gesellschaft", die deshalb mit der Georg-Klemperer-Medaille gewürdigt wird, erklärte Mau. Der Preisträger bedankte sich und nahm die Auszeichnung vor allem für seine Projekte und seine Mitstreiter entgegen und für die öffentliche Aufmerksamkeit, die ihnen damit zuteil werde. Fegeler appellierte in seiner Dankesrede, dass 135.000 Kinder jährlich in Deutschland, die in Armut und bildungsfern aufwachsen und vernachlässigt werden, nur durch gesellschaftliche Anstrengung aufgefangen und gefördert werden können. "Es muss mehr Verantwortung von der Gesellschaft für die Ressource "Kind" übernommen werden und bereits in Frühförderinstanzen wie Krippen und Kindertagesstätten investiert werden. Der Arzt allein ist machtlos, die Lösungen müssen miteinander, d.h. im abgestimmten Zusammenwirken aller am Kindeswohl beteiligten Professionen gefunden werden."

 

2011


Prof. Dr. med. Walter Thimme


Prof. Dr. med. Walter Thimme

Der Kardiologe Professor Dr. med. Walter Thimme wurde 1936 in Gadderbaum, einem Stadtteil von Bielefeld geboren. Nach dem Abitur 1956, dem Medizinstudium und seiner Medizinal-Assistentenzeit im Johannes-Krankenhaus in Bielefeld und im Augustana-Hospital in Chicago, arbeitete er seit 1965 als Assistenzarzt, später als Oberarzt, im Klinikum Westend und später im damaligen Klinikum Steglitz der Freien Universität. Nach seiner Anerkennung als Facharzt für Innere Medizin folgte 1972 die Habilitation über haemodynamische, respiratorische und metabolische Veränderungen beim septischen Schock. Nach seiner Ernennung zum Professor wurde er am 1.10.1979 Chefarzt der Inneren Medizin im Humboldt-Krankenhaus in Berlin-Reinickendorf. 1994 folgte die Facharztanerkennung Kardiologie.
Professor Thimme ist seit vielen Jahren Mitherausgeber des Arzneimittelbriefes, einer der wichtigsten und am meisten verbreiteten Publikationen in deutscher Sprache, in der unabhängig, fundiert und praxisrelevant über bestehende und neue Verfahren der Arzneimitteltherapie, aber auch zu grundsätzlichen Fragen Stellung genommen wird. Im Jahr 2000 initiierte Professor Thimme das Berliner Herzinfarktregister und war bis 2006 dessen Vorsitzender. Das Berliner Herzinfarktregister, an dem zurzeit 23 Kliniken in Berlin teilnehmen, hat sich zur Aufgabe gemacht, systematisch qualitätsorientierte Daten von Herzinfarktpatienten zu sammeln, auszuwerten, zu vergleichen und daraus zu lernen. Dies hat dazu geführt, dass sich die Sterblichkeit von Herzinfarktpatienten von 2001 bis 2008 halbiert hat. „Sie haben sich mit diesem Herzinfarktregister nicht nur für die Berliner Ärzteschaft, sondern auch um die Berliner Bevölkerung in höchstem Maße verdient gemacht“, würdigte Kammerpräsident Dr. med. Günther Jonitz die Arbeit Thimmes.

 


Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm (Foto: KBV)
 

Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm

Der Urologe Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm wurde 1942 in Krefeld geboren. Er studierte zwischen 1961 und 1967 Medizin in Köln und Berlin. Von 1967 bis 1969 leistete er Medizinalassistenz an den Kliniken der Freien Universität Berlin. Am 1. Oktober 1974 ließ er sich als Facharzt für Urologie in Berlin nieder. Dr. Richter-Reichhelms berufspolitische Karriere ist ebenso umfangreich wie umfassend: Von 1981 bis 2004 war er Delegierter der Ärztekammer Berlin, in den Jahren 1983 und 84 gehörte er dem Kammervorstand an. In den Jahren 1985 bis 1988 war er erstmals Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin, zwischen 1989 und 1992 deren 1. Vorsitzender. Dasselbe Amt hatte er nochmals zwischen 1997 und 2004 inne. 1997 bis 2000 war er Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, zwischen 2000 und 2004 deren 1. Vorsitzender. Während dieser Zeit hat Dr. Richter-Reichhelm zahlreiche berufspolitische Erfolge vorzuweisen. Dazu gehören die Zusammenführung der Ost- und West-Berliner Ärzte, die Beseitigung der Arzneimittel-Kollektivhaftung, die Durchsetzung des Wohnortprinzips in der Gesetzlichen Krankenversicherung und die Einführung der KVB-Qualitätsberichte, die das Leistungsspektrum der niedergelassenen Ärzte transparent machen. Kammervizepräsident Dr. med. Elmar Wille würdigte darüber hinaus Richter-Reichhelms besondere Verdienste um die Aufarbeitung der Geschichte der jüdischen Kassenärzte während des NS-Regimes.

 

2010


Foto_ Birnbaum
 


PD Dr. med. Maria Birnbaum

Maria Birnbaum approbierte an der Humboldt-Universiät, nahm die Weiterbildung in der Pathologie auf, da sie beschlossen hatte, Chirurgin zu werden. Nach Abschluss des Studiums promovierte sie im Rahmen einer experimentellen Arbeit mit Auszeichnung. Im Anschluss daran wechselte sie in die internistische Weiterbildung und wurde 1968 Fachärztin für Innere Medizin und übernahm schnell Verantwortung als Oberärztin.  Sie habilitierte in den 70-er Jahren zu Hochdruck und Nierenerkrankungen während der Schwangerschaft,  nachdem sie auch ein Zusatzstudium der Hochschulpädagogik absolviert hatte. Nach dem Mauerfall wurde sie Direktorin der nephrologischen Klinik, bis 1994 die C4-Professur der Nephrologie besetzt wurde. Sie trug weiter Verantwortung und blieb bis 1998 stellvertretende Direktorin. Seit 1990 ist Maria Birnbaum in der Kammerarbeit engagiert und wurde kurz nach der Wende Ausschuss-Vorsitzende des Internistischen Weiterbildungsausschusses, dem sie 18 Jahre vorstand.  Darüber hinaus war sie viele Jahre Mitglied der Delegiertenversammlung, u.a. 12 Jahre Mitglied der Wirtschaftskommission  der Kammer und ist seit 2010 Vorsitzende der Kommission für Organspende von Berlin-Brandenburg. Darüber hinaus war und ist sie in vielen Gremien vertreten. Frau Birnbaum hat an die hundert Veröffentlichungen und Monographien publiziert und ca. 200 Vorträge gehalten, sie betreute Promovenden und war in der Lehre aktiv. 



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Prof. Dr. med. Dr. h. c. Reinhard Kurth

Die Berliner Ärzteschaft ehrt mit Professor Dr. Dr. h. c. Reinhard Kurth einen Arzt, Wissenschaftler und vorbildlichen Behördenleiter, den die meisten von uns als Präsident des Robert-Koch-Instituts kennen. Reinhard Kurth, in Dresden geboren, studierte in Erlangen sowohl Medizin als auch Philosophie im Hauptfach. Nach der Promotion zum Dr. med. sowie der Medizinalassistentenzeit in Ingelheim 1969 erhielt er die Bestallung zum Arzt. Gleichzeitig legte er die Abschlussprüfung des Educational Council for Foreign Medical Gradutes ab. Nach seiner Habilitation im Jahre 1976 an der Universität Tübingen verschlug es ihn im Jahr 1980 in die Abteilung Virologie des Paul-Ehrlich-Instituts. Nach  nur sechsjähriger Tätigkeit übernahm er dort das Amt des Präsidenten und behielt es bis zum Jahr  2001 inne.  Bereits während der letzten fünf Jahre seiner Tätigkeit als Präsident des PEI war er auch kommissarischer Leiter und ab 2001 Präsident des Robert Koch-Institutes bis zu seiner Emeritierung im Februar 2008.
Zahlreiche Preise, u.a. auch für seine Forschung über humanpathogene Tumorviren, über die Virussicherheit von Blutprodukten und über die wissenschaftlichen Erfolge in der AIDS-Forschung wurden ihm verliehen. Prof. Reinhard Kurth hat nicht qua Amt, sondern durch eine lebenslange Leistung bewiesen, dass er in großer  Offenheit, wissenschaftlicher Genauigkeit, Ausdauer und Wertschätzung im Umgang nicht nur die Inhalte des Fachs der Virologie voranzubringen in der Lage war, sondern er hat frühzeitig Verantwortung in Einrichtungen des Bundes übernommen und wesentlich zur soliden und hochwertigen Arbeit beigetragen.

2009


Prof. Dr. med. Isolde Flemming (re)
 


Prof. Dr. med. Isolde Flemming

Zu DDR-Zeiten beschäftigte sich Isolde Flemming an der Charité mit der Feststellung des Hirntodzeitpunktes im Rahmen der Transplantationsmedizin. Die von ihr vertretenen internationalen Kriterien kollidierten mit den damals als gültig vorgegebenen Methoden der DDR. Da sie ihre medizinisch-wissenschafltiche Überzeugung auch in ihrer 1979 vorgelegten Habilitationsschrift verteidigte, geriet sie mit der Staatsmacht in Konflikt. Ihre Arbeit wurde von parteitreuen Gutachtern abgelehnt. Trotz massiven Drucks blieb Isolde Flemming bei Ihrer Überzeugung und musste starke persönliche Anfeindungen und das Ende ihrer Karriere hinnehmen.


Prof. Dr. med. Jürgen Hammerstein (re)
 


Prof. Dr. med. Jürgen Hammerstein

Als Endokrinologe gelangte Jürgen Hammerstein nach dem Zweiten Weltkrieg schnell über die Grenzen Berlins hinaus zu höchster wissenschaftlicher Anerkennung. Ab 1969 leitete er im Universitätsklinikum  Steglitz eine selbstständige Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie, von denen es seinerzeit in Deutschland nur drei gab. Hammerstein war und ist Mitglied in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien, so u. a. Präsident der Dt. Gesellschaft für Endokrinologie. Besonders verdient um die ärztliche Fortbildung machte sich Hammerstein ab 1990 als Geschäftsführer der "Kaiserin-Friedrich-Stiftung für ärztliche Fortbildung", die er bis Anfang 2009 erfolgreich leitete. Die Rückübertragung des Stiftungshauses am Robert-Koch-Platzes ist größtenteils seinem Engagement zu verdanken.

2008


Prof. Dr. Werner Schlungbaum (re)
 


Prof. Dr. med. Werner Schlungbaum (re)

Der in Berlin geborene und langjährige Chefarzt der Radiologie sowie Ärztliche Leiter am Krankenhaus Spandau, Werner Schlungbaum, erhielt die Medaille für sein großes Engagement in der ärztlichen Selbstverwaltung. Von 1975 bis 1999 war er Mitglied der Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin, von 1984 bis 1987 wirkte er als Vizepräsident an der Seite von Dr. med. Peter Krein. Eine wichtige Rolle spielt der Radiologe, Nuklearmediziner und Internist auch als Kuratoriumsmitglied der Kaiserin-Friedrich-Stiftung für ärztliche Fortbildung. Deren bekanntes "Symposium für Juristen und Ärzte" hat er maßgeblich entwickelt und über Jahrzehnte inhaltlich gestaltet.

2007


Dr. med. Thea Schirop (li), Andrew Herxheimer MD (mitte), Dr. med. Hans-Herbert Wegener (re)


Dr. med. Thea Schirop

Thea Schirop hat sich in hohem Maße um die Patientenversorgung in Berlin verdient gemacht. Neben der Intensivmedizin hängt ein großer Teil ihres Herzens an der Ernährungsmedizin. Ihrem Engagement verdankt Berlin als eines von zwei Bundesländern eine Zusatz-Weiterbildung Ernährungsmedizin.

Andrew Herxheimer MD FRCP (mitte)

Der in Berlin geborene Andrew Herxheimer hatte 1962 in London das weltweit erste unabhängige Arzneimittelinformationsblatt "Drugs and Therapeutics Bulletin" gegründet. Diese Idee einer unabhängigen Arzneimittelinformation brachte er dann mit nach Berlin, wo er in den 60er Jahren den "Arzneimittelbrief" gründete. Zur Verbesserung der Qualität der medizinischen Informationen rief er deshalb 1986 die internationale Gesellschaft der unabhängigen Arzneimittelzeitschriften (International Society of Drug Bulletins, ISDB) ins Leben.

Dr. med. Hans-Herbert Wegener (re)

Hans-Herbert Wegener hat als ärztlicher Leiter des Krankenhauses Moabit wichtige Weichen bei der baulichen und strukturellen Aufstellung der Klinik gestellt. Er war jahrzehntelang als Delegierter der Ärztekammer Berlin tätig und hat dabei immer versucht, Konsens über Partei- und Listengrenzen hinaus zu erreichen. Diese verbindende Element hat ihn auch bei der Gründung der Deutsch-Baltischen Ärztegesellschaft geleitet, mit der er bis heute viel für die Völkerverständigung getan hat.

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